Moment mal Kochkurs für junge Küchenhelden

In der Küche des Sternekochs Hans Häge junior ging es heiß her.
In der Küche des Sternekochs Hans Häge junior ging es heiß her. © Foto: Sonja Fiedler-Tresp
Sonja Fiedler-Tresp 02.11.2018

Man nehme frischen Saibling, backe ihn 20 Minuten bei 50 Grad und garniere ihn mit Steckrübencreme und frisch gezupftem Kräutersalat – fertig ist die perfekte Vorspeise für Jugendliche, genauer gesagt: Jungs. Stimmt nicht? Stimmt doch. Beim Kochkurs „Junge Küchenhelden von morgen“ zeigte Sternekoch Hans Häge junior vom Gasthof zum Bad im Langenau, dass Buben keine Banausen sind. „Der Fisch ist so, so zart“, schwärmte einer der Knaben. Und so mancher Kochschüler holte sich gar eine zweite Portion.

16 Jungs tummelten sich in Häges Restaurantküche, um drei Stunden lang den Kochlöffel zu schwingen und unter Aufsicht des Profis ein herbstliches Drei-Gänge-Menü zu zaubern. Selbermachen war die Devise, denn, wie Häge erklärte: „Nur vom Zugucken ist noch keiner Meister geworden.“ So wurden Eier getrennt, Gräten gezogen, Schneidebretter gespült, Gemüse geschnitten – um nur einiges zu nennen. Absolutes Highlight für die Buben: Der Einsatz des Flambierbrenners. „Jeder darf eine Crème brûlée abfackeln“, kündigte Häge an. Und musste dann doch so manchen Pyromanen zur Ordnung rufen, der es etwas zu gut meinte mit der karamellisierten Zuckerkruste.

Recht erschöpft sei er nach den Stunden mit den Jugendlichen in der Küche, gab Häge am Ende zu. „Es ist ziemlich anstrengend, die ganze Zeit aufzupassen, und dann der Lärmpegel!“ Doch seine Schüler, anfangs noch schüchtern, dankten ihm seinen Einsatz beim Ferienprogramm des Ulmer Stadtjugendrings mit dickem Lob. „Das Fleisch ist super lecker“, „Richtig geile Pilzfüllung“, „Der Wirsing schmeckt wie Salat, aber trotzdem gut“ – altersgemäßer Beifall beim gemeinsamen Schlemmen. Der Kalbsrücken in Blätterteigmantel wurde von den Halbwüchsigen ebenso verputzt wie die karamellisierte Crème mit Apfelkompott und Schokocrumble.

Bleibt zu hoffen, dass die Jungs ihr neues Können künftig für ihre Lieben zu Hause anwenden, aber auch nicht vergessen: „In der Küche gehört Putzen immer dazu.“

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