Pappelau Klare Stimme für ein Heim in Rumänien

Pappelau / MARGOT AUTENRIETH-KRONENTHALER 28.02.2012
Der Pappelauer Matthias Müller leitet in Rumänien ein Kinderheim. Bei einem Benefizkonzert in Müllers Heimat gabs am Sonntag volle Ränge.

Seit zehn Jahren unterstützt die Sopranistin Lydia Zborschil regelmäßig mit Konzerten das Kinderheim "Casa Onisim" in Petresti/Petersdorf in Rumänien. "Das erste Konzert wurde zur Anschaffung einer Kuh veranstaltet", erinnert sich Matthias Müller, der zusammen mit seiner Frau das Heim leitet. Am Sonntag gab die Sängerin, begleitet von Cornelia Gengenbach am Klavier, erneut ein Benefizkonzert in der evangelischen Kirche in Blaubeuren-Pappelau, das einen Erlös von 1022 Euro erbrachte. "Ich finde die Arbeit, die im Heim geleistet wird einfach toll - sie verdient meine volle Unterstützung", sagte die renommierte Sängerin, die in ganz Europa auf Tournee ist. "Ich weiß, dass alles Geld dort eins zu eins ankommt."

Matthias Müller, der sich derzeit in seinem Heimatort aufhält, berichtete mit eindrücklichen Bildern von der Arbeit im christlich geführten Heim. Es wurde 1994 von einem deutschen Verein gegründet. Der ehemalige Bankangestellte und seine Frau leiten das Kinderheim ehrenamtlich. Die beiden haben acht eigene Kinder und leben hauptsächlich vom deutschen Kindergeld für ihre Kinder, die in Rumänien zur Schule gehen oder studieren. Im Heim leben Waisen und Kinder aus extrem armen Familien. Derzeit werden 60 Buben und Mädchen im Alter von 4 bis 17 Jahren betreut. Das Kinderheim lebt ausschließlich von Spenden, es gibt viele ehrenamtliche Helfer für die tägliche Arbeit. Hilfsgüter aus Deutschland sowie ein eigener kleiner Landwirtschaftsbetrieb samt großem Gartenbau erleichtern die Versorgung.

Lydia Zborschil sang beim Benefizkonzert am Sonntag in Pappelau die "Vaterunser-Lieder" von Peter Cornelius sowie die "Biblischen Lieder" von Antonin Dvorak. Die Sängerin, die als Lehrbeauftragte an den Musikhochschulen Stuttgart und Trossingen tätig ist, beeindruckte mit ihren Vorträgen. Bei den neun geistlichen Liedern zum "Vaterunser" von Peter Cornelius setzte die Sopranistin ihre klare Stimme nuancenreich ein. Der zweite Teil des Konzerts bestand aus Dvoraks zehnteiligem Zyklus "Biblische Lieder", in denen er Psalmen vertont hat. Den beiden Musikerinnen gelang es bestens, die unterschiedliche Farbigkeit der Psalmlieder herauszuarbeiten.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel