Gericht Klage des BUND wird verhandelt

Sigmaringen/Dietenheim / swp 10.11.2018

Vor dem Verwaltungsgericht Sigmaringen wid am kommenden Mittwoch die Klage des BUND Naturschutz in Bayern gegen die Genehmigung eines neuen Wasserkraftwerks im Iller-Mutterbett bei Illertissen/Dietenheim verhandelt. Es ist das erste von acht geplanten Kraftwerken zwischen Memmingen und Neu-Ulm. Unterstützt wird die Klage vom BUND Baden Württemberg. „Mit der Klage wollen wir den Weg für eine umfassende Illerrenaturierung frei machen“, begründet Wolfgang Döring, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Neu-Ulm die Klage. „Mit den Kraftwerksbauten werden die positiven Maßnahmen der Iller-Sanierung ad absurdum geführt.“

Der BUND Naturschutz lehnt den Neubau von Wasserkraftwerken ab, „da die Potenziale weitgehend ausgeschöpft sind und Neubauten in den wenigen noch ungenutzten Flussabschnitten große logische Beeinträchtigungen bringen,“ sagt Martin Geilhufe, Landesbeauftragter des BUND Naturschutz. „Nur die ökologische Modernisierung von bestehenden Kraftwerken bietet noch gewisse zusätzliche Energieerzeugungsmöglichkeiten. Die großen Potenziale liegen allerdings in der Sonnen- und Windenergie“, heißt es in einer Pressemitteilung des BUND.

Acht Kraftwerke geplant

Wie berichtet, plant Münchner Investor Fontin & Company zwischen Memmingen und Neu-Ulm an der unteren Iller acht neue Wasserkraftwerke im Iller-Mutterbett. Das erste Kraftwerk zwischen Illertissen und Dietenheim wurde genehmigt.

Der BUND Naturschutz in Bayern hat diese Genehmigung mit Unterstützung des BUND Baden Württemberg und Fischereiverbänden beklagt. Sein Argument: Bereits 90 Prozent des Illerwassers würden durch Kanäle zur Stromerzeugung aus der Iller ausgeleitet. Damit leiste die Iller bereits heute einen erheblichen Beitrag zur Erzeugung erneuerbarer Energien. Das eigentliche Iller-Mutterbett, das nur noch zehn Prozent der ursprünglichen Wassermenge führe, müsse daher primär ökologische Funktionen übernehmen.

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