Musik Kinderoper

Dietenheim / Beate Reuter-Manz 09.11.2018

Was für ein Schulauftakt für rund 160 Dietenheimer Grundschüler nach den Herbstferien! Statt Mathe und Deutsch  zu pauken, stand für die meisten ihr allererster Besuch einer Oper an. Zu Gast in der Stadthalle war die „Junge Oper“ Detmold mit „Bastien und Bastienne“.  Gebannt verfolgten die Buben und Mädchen die herzzerreißende Liebesgeschichte der beiden Protagonisten, die am Ende natürlich glücklich ausgeht.

 Nachdem geklärt war, was eine Oper überhaupt ist, und in welchen Stimmlagen sie singen, sorgten die Akteure für Staunen bei den Kindern: Denn der junge Mozart war gerade mal zwölf Jahre alt, als er im Auftrag eines Musikliebhabers die Oper für dessen Gartentheater schrieb. Vor 250 Jahren war das.

Geschickt bauten die Akteure ihr junges Publikum in das Geschehen mit ein. Eine kindgerechte Sprache, sowohl bei den Dialogen als auch beim Gesang, machte die Geschichte verständlich, und die Kinder blieben eine Stunde lang bei der Stange. Dass der Schwerenöter Bastien hin und wieder besonders augenfällig mit einer Lehrerin flirtete, fanden alle amüsant. „Schön war es. Die Liebesgeschichte hat mir sehr gefallen“, lautete das Fazit der siebenjährigen Frida. Dass bei einer Oper eigentlich gar nicht „laut gegrillt“ wird, ist Emil aufgefallen. „Die haben richtig schön gesungen“, konstatierte der Neunjährige.

Finanziert über Kleidermarkt

Zu verdanken haben die Kinder den musikalischen Schulauftakt dem Dietenheimer Kleidermarkt-Team mit Tanja Litzinger, Janina Piott, Mona Windhorst, Yvonne Seitz, Vilma Graf und Nina Graf-De Pompa. Sie finanzierten den Auftritt der Detmolder Oper aus dem Erlös des jüngsten Markts.

Elf Kleidermärkte  haben die Mütter in den vergangenen fünf Jahren auf die Beine gestellt. Weil  ihre Sprösslinge mittlerweile dem Kindergartenalter entwachsen sind, soll nun auch die Schule profitieren. „Wir konnten unsere Erlöse stetig steigern. Auch die Besucherzahlen haben sich verdoppelt. Zuletzt waren es fast 500 Einkäufer“, berichtete Nina Graf-De Pompa.  Die Einnahmen summieren sich bislang auf fast 23 000 Euro. Das Geld ging und geht anteilig an die örtlichen Kindergärten, an die Krabbelgruppe, das Jugendhaus und seit 2017 auch an die Grundschule. Der Vorschlag, die Finanzspritze für eine Oper zu verwenden,  stammt von Schulleiterin Heidi Kleck.

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