Infrastruktur Kilometer für Kilometer mehr Glasfaser

Alb-Donau-Kreis / Thomas Steibadler 04.10.2018

Auf dem Weg zu einer flächendeckenden Breitbandversorgung für schnelles Internet ist der Alb-Donau-Kreis ein gutes Stück vorangekommen. Vor etwa drei Jahren hat der Kreis die strategische Ausbauplanung der Hauptleitungen, des so genannten Backbones, vergeben. Inzwischen sind für 497 von 511 Kilometern geplanter Breitbandtrasse die Förderungen beantragt oder bewilligt. Leerrohre sind auf 258 Kilometern verlegt, Glasfaserkabel auf 17,3 Kilometern – in Lonsee und auf der Trasse Munderkingen–Kirchen in Betrieb.

Diese Zahlen nannte Wolfgang Koller, im Landratsamt Leiter des Fachdienstes für Kreisentwicklung, kürzlich im Verwaltungsausschuss des Kreistags. Ziel des Landkreises ist es, das Backbone bis 2020 fertigzustellen. Ein ehrgeiziges Vorhaben, denn noch sind mehr als 490 Kilometer Glasfaser zu verlegen. „Die sehr intensive Bauphase hat begonnen“, sagte Koller.

Nicht alle Trassen müssen neu verlegt werden, teilweise können vorhandene Leerrohre oder Glasfaserkabel gemietet werden. Wenn möglich, werden Rohre oder Kabel mitverlegt, wenn ohnehin zum Beispiel für eine Erdgasleitung gegraben wird.

Wie teuer das Backbone wird, lässt sich Koller zufolge noch nicht sagen. Im vergangenen Jahr seien die Kosten auf 30 Millionen Euro geschätzt worden. Aber diese Zahl sei wegen der enorm steigenden Tiefbaupreise und einiger Umplanungen nicht mehr aktuell.

Unterschiedliche Richtlinien

Die staatliche Förderung decke etwa 60 Prozent der Kosten, sei aber ein „mühsames Geschäft“, sagte Landrat Heiner Scheffold. Bund und Land hätten unterschiedliche Förderrichtlinien. Die Zusammenarbeit mit dem für Digitalisierung zuständigen Innenministerium in Stuttgart funktioniere inzwischen recht gut, ergänzte Koller. Trotz des bürokratischen Aufwands und langer Bearbeitungszeiten.

Warum sich in Blaustein nichts tue, fragte Kreis- und Stadtrat Robert Jungwirth (Grüne). Die Reaktion von Bürgermeister Thomas Kayser, Mitglied der SPD­-Fraktion im Kreistag, kam prompt. Die Stadt habe längst Leerrohre verlegen lassen und gehe finanziell in Vorleistung. Doch blockierten sich zwei Netzbetreiberfirmen gegenseitig und damit auch den Glasfaserausbau. Kayser: ein Fall für die Bundesnetzagentur.

Im nordöstlichen Kreisgebiet ist das Backbone bereits fertig. Dort hat der Verwaltungsverband Langenau schon vor Jahren insgesamt 140 Kilometer Glasfaserkabel verlegen lassen.

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