Autobahn Keine Stellungnahme zur A 8

Heroldstatt / Sabine Graser-Kühnle 11.08.2018

Der Verband Region Schwäbische Alb, derzeit beschäftigt mit den Planungen des Park&Ride-Platzes beim künftigen Bahnhof Merklingen und des Interkommunalen Gewerbegebiets, gibt zu den Ausbauplänen des Landes „A8 Albaufstieg“ keine Stellungnahme ab. Als Gründe nannte Vorsitzender Klaus Kaufmann bei der Sitzung des Verwaltungsrats in Heroldstatt die einzelnen Stellungnahmen der Kommunen und Verbände, die den Zweckverband Region Schwäbische Alb bereits abdecken.

Neben den Kommunen wie Merklingen, Laichingen und Hohenstadt geben laut Kaufmann außerdem der Gemeindeverwaltungsverband Laichinger Alb mit den Mitgliedsgemeinden Laichingen, Heroldstatt, Merklingen, Nellingen und Westerheim sowie die Albwasserversorgungsgruppe II Stellungnahmen ab. Obendrein, führte Kaufmann in der Sitzung kurz vor Beginn der Sommerferien aus, sei nur die Verbandsversammlung des Verbands Region Schwäbische Alb zu Einwendungen berechtigt, nicht aber der Verwaltungsrat. Doch die nächste Verbandsversammlung ist erst am 25. Oktober, wenn die Äußerungsfrist zu den Planunterlagen schon beendet ist. Die Frist endet am 24. September.

Mühlhausens Bürgermeister Bernd Schaefer begrüßte diese Entscheidung. Ebenso habe sich der Gemeindeverwaltungsverband Oberes Filstal entschieden.  Mühlhausen und Bad Ditzenbach gehören beiden Zweckverbänden an.  „Die Filstalkommunen sollten selbst entscheiden, ob und in welcher Form sie zu den Bauplänen des Regierungspräsidiums Stuttgart Stellung beziehen wollen“, sagte Schaefer.

Kaufmann betonte, dass nur so die unterschiedlichen Blickwinkel grundlegend vorgetragen werden könnten. Hohenstadts Bürgermeister Günter Riebort betonte, dass trotz einzelner Stellungnahmen mit möglicherweise unterschiedlichen Ansätzen, der „Zweckverbandsgedanke“ durchaus bei allen Mitgliedern vorhanden sei. Vorsitzender Klaus Kaufmann sagte, jeder einzelne Bürger könne zu den Plänen Stellung nehmen. Die öffentliche Auslegung in den Rathäusern ist zwar beendet, doch können die Unterlagen im Internet eingesehen werden. Einwendungen sind bis einschließlich 24. September möglich.

Die Unterlagen zum aktuellen Planfeststellungsverfahren  „Ausbau A8 Albaufstieg“ können auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Stuttgart (www.rp-stuttgart.de) unter Abteilungen/Abteilung 2/Referat 24/Planfeststellungen/Aktuelle eingesehen werden. Ein allgemeiner Text ist auf der Homepage des RP Stuttgart unter „Bekanntmachungen“ eingestellt. Zusätzliche Informationen gibt es auf der Homepage der Abteilung Straßenwesen und Verkehr unter https://rp.baden-wuerttemberg.de/rps/Abt4/Ref44/Seiten/A8_S-Ulm.aspx.

Alle 29 Ordner durchgearbeitet

Bürgerinitiative Die an der geplanten Autobahntrasse liegenden Städte und Gemeinden geben individuelle Stellungnahmen ab – je nach eigener Betroffenheit. In Drackenstein kämpft die „Bürgerinitiative A8 Drackensteiner Hang e.V.“, kurz „Dracki“, für eine andere Trassenführung, die zwar um drei Kilometer länger ist, aber die verträglichste und beste Lösung für die Anwohner und die Umwelt darstelle. Die von der BI favorisierte K-Trasse benötigt statt zwei Brücken nur eine. Zur Planung der alternativen Trasse hat die Gemeinde Drackenstein der BI einen Zuschuss über 9100 Euro bewilligt.

Vollanschluss Während für die Anliegergemeinden im Tal der Lärmschutz ein wichtiges Thema ist, stand bei den Beratungen in den Gemeinderatsgremien der Kommunen auf der Alb die Forderungen nach einem Vollanschluss bei Hohenstadt im Vordergrund. Nach dem Entwurf des Regierungspräsidiums ist dort keine Auffahrt in Richtung Stuttgart vorgesehen.

Verkehrsaufkommen Der Laichinger Bürger Gerhard Maier, der auch schon für den Bahnhof Merklingen entscheidende Impulse gegeben hat, hat die 29 Ordner des Regierungspräsidiums Stuttgart durchgeschaut. Er befürchtet, dass auch die von Regierungspräsident Wolfgang Reimer angekündigte erneute Hochrechnung des zu erwartenden Verkehrsaufkommens nicht zu einem Vollanschluss bei Hohenstadt führen wird. Es komme auf die Methodik an und die Art der Auswertung. Für ihn ist klar: Der Autofahrer wird in Richtung Stuttgart die schnellere Strecke wählen, und diese sei die Autobahn mit der Anschlussstelle Hohenstadt und nicht etwa die dann zur Landesstraße abgestufte alte Trasse durch den Lämmerbuckeltunnel. jos

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