Staatsschutz Keine Hinweise auf Täter

Die beschmierte Gedenktafel bei Laichingen.
Die beschmierte Gedenktafel bei Laichingen. © Foto: Joachim Lenk
Laichingen / Joachim Striebel 15.09.2018

Im Fall der geschändeten Gedenktafel in Laichingen hat die Polizei noch keine Verdächtigen ermittelt. „Wir haben bisher leider keine Hinweise“, sagt Judith Wolf von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Ulm. Wenn niemand das Geschehen beobachtet habe, werde es schwer sein, auf die richtige Spur zu kommen, sagt die Sprecherin. Die Ermittlungen der Staatsschutz-Abteilung der Kripo seien aber noch nicht abgeschlossen.

Wie berichtet, hatte der Geschichtsverein Laichinger Alb Anzeige erstattet, nachdem ein Vereinsmitglied am Mittwoch vergangener Woche entdeckt hatte, dass die vor drei Jahren zwischen Laichingen und Hohenstadt aufgestellte Gedenktafel beschmiert worden war. Sie erinnert an die Opfer des Absturzes eines britischen Lancaster-Bombers am 16. März 1945. Sechs von sieben Besatzungsmitgliedern aus Großbritannien und Kanada kamen ums Leben. Auf der Gedenktafel, die im Zusammenhang mit einem Besuch der Nachfahren der Opfer in Laichingen aufgestellt wurde, wird der Umstand des Abschusses beschrieben. Es ist zu lesen, dass ein deutscher Nachtjäger die Maschine in Brand geschossen hatte. Die unbekannten Täter hatten mit einem schwarzen Filzstift „gut so“ hinzugeschrieben und eine Textpassage unleserlich gemacht, die von „verbrecherischer Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten“ spricht. Für den Vorsitzenden des Geschichtsvereins, Dr. Heinz Pfefferle, „eindeutig rechtes Gedankengut“.

Wie der Verein nun mit den Schmierereien umgeht, konnte Heinz Surek vom Vorstand gestern noch nicht sagen. Bisher seien die Schmierereien nicht entfernt worden, auch weil die Polizei Spuren sichern musste. Nächste Woche habe der Geschichtsverein ein Treffen, bei dem das Thema wohl aufgegriffen werde.

Laut Bürgermeister Klaus Kaufmann ist bei der Stadt Laichingen von vergleichbaren Vorgängen nichts bekannt. Kaufmann sieht generell das Problem, „dass in der Gesellschaft rechtes Gedankengut einen Stellenwert einnimmt“.

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