Energie Keine Genehmigung für Windkraftanlagen bei Öllingen

Das wäre der Blick aus der Bocksteinhöhle bei Öllingen heraus, wären die Anlagen genehmigt und gebaut worden.
Das wäre der Blick aus der Bocksteinhöhle bei Öllingen heraus, wären die Anlagen genehmigt und gebaut worden. © Foto: Visualisierung: ENBW
STEFAN BENTELE 01.02.2017

Das Landratsamt Alb-Donau hat die Genehmigung für die drei geplanten Windkraftanlagen bei Öllingen versagt. Zentraler Grund seien die Belange des Denkmalschutzes, heißt es in einer Pressemitteilung, die am späten Mittwochnachmittag verschickt wurde. Die Anlagen stünden einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung entgegen. Damit folgt auch die untere Denkmalschutzbehörde im Landratsamt der Argumentation des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, die bereits Mitte 2016 derartige Einwände gelten gemacht hatte.

Die ENBW Baden-Württemberg hat die Pläne für den Bau der drei Windkraftanlagen über Jahre vorangetrieben. Im vergangenen Jahr äußerte das Landesamt für Denkmalpflege Bedenken, weil die über 200 Meter hohen Anlagen in einem Kilometer Entfernung von der Bocksteinhöhle stehen. Damit gehe eine visuelle Beeinträchtigung einher, die wiederum einen möglichen UNESCO-Weltkulturerbe-Titel für die Bockstein- und weitere Eiszeithöhlen gefährden könnte. Die drei Höhlen befinden sich darüber hinaus im Denkmalschutzgebiet Lonetal, das als geplante Kern- und Pufferzone im Rahmen des UNESCO-Welterbes ausgewiesen ist. Ob die Höhlen den Welterbetitel verliehen bekommen, entscheidet sich erst im Sommer.

In der gestern verschickten Mitteilung des Landratsamts heißt es weiter, dass aus Sicht des Landesamts für Denkmalpflege der „universelle Wert der Höhlen nicht allein auf den Funden, sondern auch auf den Fundorten und der sie umgebenden Landschaft beruht“.

Die ENBW hat nun vier Wochen Zeit, gegen den Bescheid Widerspruch einzulegen. Ob der Konzern das Projekt weiterverfolgt und Widerspruch einlegen wird, steht noch nicht fest. Wie ein Sprecher des Konzerns gestern auf Nachfrage sagte, müsse erst die juristische Abteilung den Bescheid aus dem Landratsamt prüfen. Das aber werde einige Tage dauern. Erst danach könne man eine Entscheidung treffen.