Wahl Keine Entscheidung in Westerstetten: Neuwahl am 16. Dezember

Keine Entscheidung hat es gestern bei der Bürgermeisterwahl in Westerstetten gegeben: Alexander Bourke (v.l.), Inge Höhe und Kevin Ley hatten sich um das Amt beworben.
Keine Entscheidung hat es gestern bei der Bürgermeisterwahl in Westerstetten gegeben: Alexander Bourke (v.l.), Inge Höhe und Kevin Ley hatten sich um das Amt beworben. © Foto: Thomas Vogel
Westerstetten / Thomas Vogel 03.12.2018

Alexander Bourke hat es im ersten Wahlgang nicht geschafft: Dem Amtsinhaber fehlten bei der gestrigen Bürgermeisterwahl in Westerstetten 26 Stimmen zur nötigen absoluten Mehrheit. Der 38-jährige Verwaltungsfachwirt konnte 650 Stimmen auf sich vereinigen, was einem Ergebnis von 48,1 Prozent entspricht. 24 Stimmen weniger sammelte Kevin Ley (33) ein. Für den Diplom-Kaufmann entschieden sich 626 Wähler (46,3 Prozent). 74 Wähler machten bei der stellvertretenden Bürgermeisterin Inge Höhe ihr Kreuzchen (5,4 Prozent). Somit kommt es in Westerstetten in zwei Wochen zu einer erneuten Abstimmung, bei der dann die einfache Mehrheit für eine Entscheidung ausreichen wird (siehe Infokasten).

Spannung im Rathaus

Bereits kurz nach 18 Uhr hatte sich gestern der Flur des Wester­stetter Rathauses langsam gefüllt, darunter einige Bürgermeister-Kollegen von Alexander Bourke, der seine Anspannung mit eiserner Selbstdisziplin zu verbergen suchte. Die Unterhaltungen wurden überwiegend im Flüsterton geführt, es lag regelrecht Spannung in der Luft, als schließlich auch Kevin Ley die Bühne betrat: „Hallo in die Runde.“ Beobachter waren von vornherein von einem knappen Ergebnis ausgegangen. Als um 18.40 Uhr Reinhold Stocker, Vorsitzender des Wahlausschusses, schließlich das Wahlergebnis verkündete, gab es keinen Jubel, aber zumindest ein strahlendes Gesicht: Kevin Ley zeigte sich hochzufrieden, sprach in einer ersten Reaktion von einem „Teilerfolg, der mich positiv überrascht“. Amtsinhaber Bourke verbarg auch jetzt seine Gefühle, antwortete kurz und bündig auf die Frage, ob er enttäuscht sei? „Nö.“ Eine Erklärung, warum sein Amtsbonus nicht für eine Entscheidung gereicht hatte, wollte er nicht abgeben: „Das ist nicht so unüblich.“ Immerhin hat er gestern das Ergebnis seiner ersten Wahl deutlich verfehlt. 2010 hatte er noch 68,4 Prozent der Stimmen erreicht. Die Wahlbeteiligung am gestrigen Sonntag lag bei 77,5 Prozent.

Kopf-an-Kopf-Rennen

Sowohl Bourke als auch Ley erklärten gestern Abend sofort, bei der nun anstehenden und entscheidenden Wahl am 16. Dezember erneut ins Rennen zu gehen. Höhe sagte, sie wolle über die Entscheidung erst eine Nacht schlafen. Möglich wäre es laut der baden-württembergischen Gemeindeordnung, dass bei dieser Neuwahl ein weiterer Kandidaten antritt. Eine große Überraschung war das gestrige Ergebnis für ortsansässige Beobachter nicht. Das Kopf-an-Kopf-Rennen sei nicht etwa durch möglicherweise polarisierende Ortsthemen zu erklären, die habe es nicht gegeben. Starken Einfluss auf die Wahlentscheidung dürfte die unterschiedliche Art der Kommunikation der beiden vorne Liegenden gehabt haben. Im Wahlkampf war Bourke vor allem wegen seiner als unzureichend empfundenen Informationspolitik in die Kritik geraten. Offenbar war seine Leistungs­bilanz darüber in den Hintergrund gerückt: die Gemeinde fast schuldenfrei, aber 11,5 Millionen in die Infrastruktur investiert, die Vereinsförderung verdoppelt, den Stadel auf dem Dorfplatz revitalisiert, eine Mensa für Kindergarten und Grundschule realisiert. Es reichte nicht, um bei der Mehrheit zu punkten.

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Paragraf 45 regelt die Wahl des Bürgermeisters

Gemeindeordnung Laut Paragraf 45 wird der Bürgermeister „von den Bürgern in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt“. Es gilt das Mehrheitswahlrecht, gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhalten hat. In Absatz zwei ist festgelegt, dass, im Falle, dass keiner der Bewerber mehr als die Hälfte der Stimmen erreicht, „frühestens am zweiten und spätestens am vierten Sonntag nach der Wahl eine Neuwahl“ stattfindet. Dann entscheidet die höchste Stimmenzahl, bei Stimmengleichheit das Los.

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