Lonsee / Lukas Wetzel  Uhr

Bio-Bauern bekommen diverse Fördergelder: 180 Euro pro Hektar Ackerland und Wiesen im Jahr von der EU, 160 Euro pro Hektar im Jahr vom Land, außerdem zwei Jahre lang eine Prämie von je 300 Euro pro Hektar bei der Umstellung auf Bio, ebenfalls vom Land. Das sagten die Lonseer Bio-Landwirte Bernhard Konold und Magnus Walcher, die beim Dämmerschoppen im Gasthaus Hirsch einen Vortrag zum Thema „Ökologische Landwirtschaft“ hielten. Organisiert hat die Veranstaltung der BUND Lonsee. „Die Einstiegsprämie ist ein riesiger Lockstoff gerade“, kritisiert Walcher: Manche wollten das Geld mitnehmen – „und wenn es mit der ökologischen Landwirtschaft nicht mehr funktioniert, gehen sie wieder zurück zur konventionellen“.

Für den Gießereitechniker Konold ist Landwirtschaft nur ein Nebenerwerb. Er ist seit 2009 beim Bioland-Verband. Auf 25 Hektar baut er Dinkel, Roggen, Hafer, Sommergerste und Ackerfutter an. Walcher dagegen ist hauptberuflich Landwirt und stellte 2011 auf Bio um; er ist im Verband Naturland. 600 Mastplätze hat Walcher, die mit 450 bis 500 Schweinen belegt sind. Zudem baut er auf 60 Hektar unter anderem Sommergerste, Roggen und Kartoffeln an.

Geringerer Aufwand bei Bio

Die Umstellung auf Bio bereuen die Landwirte nicht. Die Vorteile seien stabile Preise, mehr Lebensqualität und ein besseres Image. Mindestens einmal im Jahr prüft eine unabhängige Kontrollstelle, ob die Richtlinien der Bio-Verbände eingehalten werden. Diese „bauen auf der EU-Ökoverordnung auf, sind aber strenger“, sagen die Landwirte.

So dürfe ein Bio-Bauer zum Beispiel keine chemischen Pflanzenschutzmittel und synthetischen Düngemittel einsetzen. Dennoch sei der Aufwand für Düngung und Unkrautbekämpfung geringer. Als Konventioneller hat Konold noch das Pflanzenschutzmittel Glyphosat verwandt. Heute sagt er: „Ich vermisse es nicht. Die chemische Keule ist nicht der richtige Weg.“