Ermittlung Skelett-Fund in Lonsee: Kein Vermisster aus der Nähe

Das Skelett wurde in einem Kalksilo gefunden.
Das Skelett wurde in einem Kalksilo gefunden. © Foto: Ralf Zwiebler
Lonsee / Petra Laible 03.08.2018
Das Skelett, das im ehemaligen Steinbruch in Lonsee gefunden wurde, passt zu keinem Vermissten aus der Region.

Die menschlichen Überreste, die am Donnerstag in einem ehemaligen Steinbruch in Lonsee gefunden worden sind, passen nicht zu den aktuellen Vermisstenfällen in der Region. Das sagte Polizeisprecher Wolfgang Jürgens am Freitag auf Anfrage. Nun müsse auf nationaler und internationaler Ebene geklärt werden, ob es eine Übereinstimmung gibt.

Knochen in Baggerschaufel gefunden

Ein Baggerfahrer, der mit Abbrucharbeiten in dem schon vor über 20 Jahren stillgelegten Steinbruch beschäftigt war, hatte, wie berichtet, am Donnerstag auf der Baggerschaufel Knochen und einen Stiefel entdeckt und daraufhin die Polizei alarmiert. Im Bauschutt wurden weitere Knochen entdeckt, so dass ein fast vollständiges menschliches Skelett zusammengesetzt werden konnte.

Die Spurensicherung vor Ort ist beendet. Rechtsmediziner haben am Donnerstagnachmittag die Obduktion abgeschlossen. Über das Ergebnis hatte die Polizei bis zum Abend noch keine Informationen.

Unfall oder Verbrechen?

So bleibt nach wie vor unklar, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelte, ob ein Unfall geschah oder ein Verbrechen. Offen bleibt auch, wie lange die menschlichen Überreste in dem Silo – eine Steinbrechanlage – lagen.  „Wir gehen von mehreren Jahren aus, aber genauer können wir es nicht einordnen“, sagte Jürgens. Welche Rolle dabei der Kalk spielte, in dem sich die Knochen befanden, ist eine weitere, noch offene Frage. „Er kann zersetzend oder konservierend gewirkt haben“, meinte Jürgens. „Das müssen Fachleute klären.“

Neben der Analyse der Rechtsmediziner setzt die Polizei auf Zeugen: Zum Beispiel Menschen, die im Steinbruch gearbeitet haben. Vielleicht könnten sich manche daran erinnern, „dass da mal was war“. Unter den Beschäftigten waren viele Gastarbeiter aus Süditalien und Südtirol. Gefragt seien auch Lonseer, denen etwas verdächtig vorkam. Hinweise an: Kriminalpolizei Ulm, Tel. (0731) 18 80.

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