Erbach Kein Städtebau ohne Drehleiter

Seit vielen Jahren aktiv in der Feuerwehr Erbach (von links): Reinhard Oberdorfer, Karl Held und Christoph Klöble.
Seit vielen Jahren aktiv in der Feuerwehr Erbach (von links): Reinhard Oberdorfer, Karl Held und Christoph Klöble. © Foto: Franz Glogger
Erbach / FRANZ GLOGGER 21.03.2016
Von langwierigen Einsätzen verschont, hält die neue Drehleiter die Feuerwehr Erbach auf Trab. Gleich im Dutzend lassen sich Männer dafür ausbilden.

Ziehen Sturm und Hagel übers Land, bringt es die Gesamtfeuerwehr Erbach auf weit über 2000 Einsatzstunden im Jahr. Kommen Überschwemmungen hinzu wie 2010, sind es annähernd 4000. "Davon blieb die Region vergangenes Jahr zum Glück verschont", sagte Gesamtkommandant Thomas Böllinger in der Jahreshauptversammlung am Freitag. 1103 Einsatzstunden bei Notfällen waren es 2015 - der niedrigste Wert seit Jahren: "Eine gute Zahl. Haben wir weniger zu tun, sind weniger Menschen von einem Unglück betroffen", sagte Böllinger. Zwei "Mittelbrände" waren feuertechnisch die größten Herausforderungen. Technische Hilfeleistungen wie die Unterstützung nach Verkehrsunfällen bildeten die bei weitem größte Kategorie. Langweilig wurde es den 183 Kräften in sechs Teilortwehren dennoch nicht. Dafür sorgte die Drehleiter, die nach aufwendigen Vorbereitungen seit Oktober in Erbach stationiert ist. Noch handelt es sich um ein kostenloses Leihgerät. Auf der Drehleiter wurde ausgiebig geübt: Produktschulungen, spezielle Führerscheine, Kurse für Drehleitermaschinisten, Instandhaltung und Wartung oder Übungen, wie mit schwerem Atemschutzgerät die Leiter sicher bestiegen wird. Was Böllinger besonders freut: zwei Dutzend Feuerwehrmänner bringen sich dafür ein. Spätestens beim Feuerwehrtag in diesem Herbst soll die 613.000 Euro teure Anschaffung im Original in Erbach stehen.

"In allen Bereichen wird tolle Arbeit geleistet", bedankte sich Böllinger bei den Arbeitsgruppen - vom Kleiderwart bis zur Ausbildung von Jugendlichen oder den zwei, abteilungsübergreifend gebildeten Löschtrupps, die in Schmiechen das Leistungszeichen in Gold abgelegt haben. Bevorstehende Herausforderungen sind die Fortschreibung des Feuerwehrbedarfsplans und die Erweiterung des Gerätehauses. Mit dem neuen Großgerät stößt das Gebäude an seine Grenzen.

"Ein Wahnsinnsprogramm", meinte Bürgermeister Achim Gaus beeindruckt. Die Feuerwehr komme ihren Aufgaben "sachlich und fachlich kompetent" nach. Die Ausstattung der Erbacher Wehren sei auf einem guten Stand. Als Vertreter der Kommune werde er dafür eintreten, dass das so bleibt. Die Drehleiter zum Beispiel ist auch ein elementarer Baustein für die Weiterentwicklung der Gemeinde: Ohne sie wäre es gesetzlich nicht erlaubt, höhere Häuser zu bauen, wie sie bei der Sanierung der Innenstadt vorgesehen sind, sagte Gaus.

Das Feuerwehrehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst erhielten Christoph Klöble und Reinhard Oberdorfer, beide Abteilung Ringingen, die Ehrung in Gold für 40 Jahre bekam Karl Held aus Donaurieden.