Initiative Karl-Spohn-Realschule engagiert sich gegen Ausgrenzung

Gerhausen / Bettina Claass-Rauner 14.02.2019

Fabian und Lena werden ignoriert und belächelt. Egal was sie tun, die Gruppe schließt sie aus. Eine schmerzliche Erfahrung. Zum Glück handelt es sich nur um ein Simulationsspiel und ist Teil einer Übung zum Thema Mobbing an der Karl-Spohn-Realschule in Gerhausen. Bei der Gesprächsrunde danach diskutieren die Schüler, wie eine solche Dynamik entsteht, und die Referenten Alina Ruggiero und Andreas Forro erklären, was jeder dagegen tun kann.

23 Schüler aus den Klassen 7 bis 10 haben beim Projekttag „Schritte gegen Tritte“ mitgemacht, bei dem vor allem die Wahrnehmung der Schüler geschärft werden soll. „Jetzt weiß ich, dass es ganz unterschiedliche Formen von Gewalt gibt“, erzählt Schüler Noah.

Für Rektor Marco Werz ist der Projekttag ein gelungener Auftakt für die Initiative „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Jede Schule kann mitmachen, wenn sich mindestens 70 Prozent der Schüler, Lehrer und Mitarbeiter verbindlich dafür aussprechen, aktiv gegen Diskriminierung einzutreten, bei Konflikten einzuschreiten und regelmäßig Aktionen zum Thema zu starten. Werz erzählt, dass zwei engagierte Zehntklässlerinnen die Initiative ergriffen hatten, Werbung machten und die Unterschriften sammelten. Mit Erfolg: „Ich bin überwältigt. Wir haben mehr als 90 Prozent Akzeptanz an der Schule“.

Damit wird die Karl-Spohn-Realschule Mitglied eines bundesweiten Netzwerkes, dem 2800 deutsche Schulen angehören. Der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist aber weder Preis noch Auszeichnung, sondern eine Selbstverpflichtung der Schüler.

Martina Bollow, Sozialarbeiterin, und Sabine Schwarz aus dem Lehrerkollegium betreuen das Projekt, auch mit dem Evangelischen Jugendwerk Blaubeuren arbeitet die Schule zusammen. Von Pamela Daly, die dort Sozialpädagogin ist, stammt die Idee für „Schritte gegen Tritte“.

In der nächsten Woche wird Daly das Projekt auch am Joachim-Hahn-Gymnasium und an der Gemeinschaftsschule in Blaubeuren vorstellen: „Der Projekttag könnte für beide Schulen gemeinsam stattfinden. Das wäre eine tolle Möglichkeit, das Miteinander der Schüler zu fördern“, sagt Daly.

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