Sozialarbeit Kaos-Café muss Räume aufgeben

Jugendsozialarbeiter Helmut Maßler am Tischkicker mit Gästen im Langenauer Kaos-Café.
Jugendsozialarbeiter Helmut Maßler am Tischkicker mit Gästen im Langenauer Kaos-Café. © Foto: Markus Fröse
Langenau / Markus Fröse 13.07.2018
Weil das Mietverhältniss endet, zieht der Langenauer Jugendtreff um ins Jugendzentrum „Kaos“.

Seit 2006 findet im „Kaos-Café“ Kinder- und Jugendarbeit statt. Vor allem auf dem schwierigen Feld der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Damals hatte die Stadt Langenau die ehemalige Gaststätte „Kleine Welt“, beziehungsweise „Krokodil“, nur übergangsweise anmieten wollen. Die Räume in der Hindenburgstraße neben der Polizei sollten als Ersatz dienen für den Jugendtreff in der Karlstraße neben der Realschule. Der Treff wurde damals wegen Umbauarbeiten geschlossen und ist als Jugendzentrum „Kaos“ wieder eröffnet worden.

Da sich das „Kaos-Café“ bewährt hatte, ist das Mietverhältnis in der Hindenburgstraße jedoch verlängert worden, erklärte Nadine Maier, stellvertretende Leiterin des Langenauer  Schul-, Sport- und Kulturamts, den Mitgliedern des Gemeinderats-Ausschusses für Soziales und Verwaltung (ASV) in der jüngsten Sitzung. Nun seien die Räumlichkeiten verkauft worden. Der neue Eigentümer wolle sie im kommenden Jahr renovieren und dann selber nutzen. Man habe mit dem neuen Vermieter des „Kaos-Cafés“ gesprochen und beide Parteien könnten sich vorstellen, das Mietverhältnis Ende März 2019 einvernehmlich aufzuheben.

Konzept für Jugendzentrum

So lautete auch der Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung, dem nun alle ASV-Mitglieder zugestimmt haben. Sozialarbeiter Helmut Maßler, der seit 1985 die Jugendarbeit in Langenau maßgeblich aufgebaut und betreut hat, wurde gleichzeitig vom ASV beauftragt ein Konzept ausarbeiten, wie die Öffnungszeiten und die Räumlichkeiten für die unterschiedlichen Besucher im „Kaos“-Jugendzentrum in der Karlstraße künftig aussehen sollen. Insbesondere solle der „bisher nicht ausgelastete Kaos-Keller“ stärker mit eingebunden werden.

Keine leichte Aufgabe für Maßler, der kommenden Mai pensioniert wird und ab März einen Nachfolger einarbeiten soll. Denn die betreuten Zielgruppen an den Standorten Hindenburg- und Karlstraße sind tatsächlich unterschiedlich. Das Jugendzentrum besuchen vor allem Realschüler, männliche und weibliche etwa zu gleichen Anteilen, erklärt der Jugendsozialarbeiter auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE. Das Café in der Hindenburgstraße ziehe zu „90 Prozent männliche Besucher mit Migrationshintergrund“ an.

Diese etwa 10 bis 30 Jahre alten Besucher mit Wurzeln in der Türkei, Albanien, Bulgarien, Rumänien sowie unbegleitete Flüchtlinge hätten im Café gelernt, miteinander auszukommen. Letzteres muss laut Maßler auch Ziel sein, wenn es nur noch eine städtische Anlaufstelle für Jugendliche gibt.

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