Für den Nahverkehr auf der Schiene ist das Land verantwortlich. Deshalb steht Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) mit dem Fahrplan, der vom 12. Dezember an auf der Filstalbahn zwischen Ulm und Geislingen gilt, massiv in der Kritik. Der Verwaltungsausschuss des Kreistags hat in der vergangenen Woche einstimmig eine Resolution verabschiedet, in der die Rücknahme der Verschlechterungen gefordert wird (wir berichteten). Im Ministerium bestehe allerdings „eine gewisse Hoffnung, dass das versandet“, sagte Landrat Heiner Scheffold gestern im Kreistag.

Diese Hoffnung dürfte enttäuscht werden. Denn der Kreistag bekennt sich einstimmig zu der Resolution und den darin erhobenen Forderungen. Eine formale Abstimmung, war nicht möglich, weil die Resolution aus zeitlichen Gründen nicht auf die Tagesordnung genommen werden konnte.

Kreisräte aller Fraktionen machten jedoch deutlich, dass sie von den Fahrplan-Plänen des Ministeriums nichts halten. Jochen Ogger (CDU), Bürgermeister von Lonsee, sprach von einem „Kahlschlag der Zugverbindungen“. Die bisher gute Anbindung des nördlichen Kreisgebiets nach Ulm mit einem 30-Minuten-Takt in Amstetten werde aufgegeben. Dabei sei die Filstalbahn mit den regelmäßigen Stopps in Amstetten neben der Bundesstraße 10 für ein großes Einzugsgebiet die zweite „verkehrliche Hauptschlagader“. Ogger kündigte „harten Widerstand im nördlichen Alb-Donau-Kreis“ an, sollte das Ministerium die Kürzungen nicht zurücknehmen.

Delegation nach Stuttgart

„Für mich als Grüne ist das doppelt schwer“, bekannte Marianne Prinzing. Die Kreisrätin aus Lonsee plädierte für ein geschlossenes Auftreten der Landkreis-Delegation, die demnächst nach Stuttgart fahren soll. Landrat Scheffold will heute im Ministerium um einen Termin bitten.

Thomas Kayser (SPD) verwies auf das S-Bahn-Konzept für die Region Donau-Iller, in dem die Filstalbahn eine der zentralen Strecken ist. Nun solle „das Rückgrat ausgehöhlt“ werden, sagte der Blausteiner Bürgermeister.

Kritik wurde im Kreistag auch laut, weil das Verlehrsministerium und die Nahverkehrsgesellschaft des Landes offenbar Zahlen des Landratsamts nicht akzeptieren. Die Behörde hatte im Juli und September in der Regionalbahn von Geislingen (7.11 Uhr) nach Ulm (7.40 Uhr) zwischen 90 und 140 Fahrgäste pro Tag gezählt. Dieser Zug gehört zu denjenigen, die nun gestrichen werden sollen.

Nach den Plänen aus Stuttgart würden in Amstetten pro Werktag und Richtung nur noch 18 Züge halten, bislang sind es 32. Der Kreistag fordert, dieses Angebot beizubehalten. ts