67 Tonnen Glyphosat hat die Deutsche Bahn im Jahr 2017 nach eigenen Angaben bundesweit versprüht. Um die Gleise frei von Unkraut und Bewuchs zu halten. Ende Mai 2018 fiel einem Langenauer ein Zug mit zwei Tankwaggons mit dem Schriftzug des Chemiekonzerns Bayer ins Auge. Das umstrittene Pflanzengift, noch dazu am Rande eines Wasserschutzgebiets – der Langenauer war entsetzt. Verläuft die Trasse der Brenzbahn doch durch das Wasserschutzgebiet Donauried-Hürbe.

Die Deutsche Bahn äußerte sich auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE zunächst zurückhaltend, ob das Pflanzenschutzmittel, das im Verdacht steht krebserregend zu sein, tatsächlich auf den Gleisen eingesetzt wurde. Erst knapp fünf Wochen später bestätigte sie auf eine Nachfrage der Landeswasserversorgung den Einsatz. Demnach wurde das Spritzmittel nicht nur auf der Brenzbahn, die im Abschnitt Unterelchingen–Sontheim das Wasserschutzgebiet kreuzt, sondern auch auf der Filstalbahn von Ulm-Jungingen bis Amstetten versprüht. In den Vegetationsphasen 2015/2016 sowie 2017/2018 seien jeweils zwei glyphosathaltige Mittel eingesetzt worden sowie Produkte mit den Wirkstoffen Flumioxazin und Flazasufuron

Generell nicht eingesetzt werde das Mittel in Schutzgebieten, über offenen Gewässern und auf Brücken, betonte ein Bahn-Sprecher damals. Dort würden die Pflanzen von Hand zurückgeschnitten und entfernt.

Überhaupt nicht begeistert vom Einsatz des Glyphosat-Zugs war die Landeswasserversorgung (LW), die im Donauried Wasser fördert und 106 Städte und Gemeinden mit Trinkwasser beliefert. Zumal Fachleute der LW das als schnell abbaubar geltende Pflanzengift im Oberflächenwasser von Donau, Blau und Roth sowie in Gräben im Donauried nachwiesen. Die Werte im Grund-, Quell- und Trinkwasser lagen unter der Bestimmungsgrenze.

Zwar ist Glyphosat nicht verboten, dennoch ist es laut LW-Sprecher Bernhard Röhrle wichtig zu wissen, wo und in welchen Mengen das Pflanzengift eingesetzt wird. Gemessen an den landwirtschaftlichen und sonstigen Flächen im Schutzgebiet entfalle auf die Bahnlinie aber nur ein kleiner Bruchteil. Ebenfalls eine große Unbekannte sei, wie viel Spritzmittel Privatleute in ihren Gärten versprühen.