Energie Ja zur Freiland-Photovoltaik

Der Suppinger Ortschaftsrat möchte Flächen für eine Freiland-Photovoltaik bereitstellen
Der Suppinger Ortschaftsrat möchte Flächen für eine Freiland-Photovoltaik bereitstellen © Foto: mp
Suppingen / sgk 06.12.2018

Mit den Gegenstimmen von Ortsvorsteher Bernd Kühnle und Ludwig Nüßle gab der Ortschaftsrat Suppingen grünes Licht für die geplante 8,9 Hektar große Freiland-Photovoltaikanlage im Gewann „Lemmel“, westlich von  Suppingen, unterhalb der Bundesstraße 28. Im September hatten Mitarbeiter der Firma Juwi aus Wörstadt ihre Pläne im Ortschaftsrat vorgestellt (wir berichteten).

Bereits im November wollte Juwi sich an der Ausschreibung der Bundesnetzagentur beteiligen, doch die Verhandlungen zur Netzeinspeisung mit dem lokalen Stromversorger Albwerk sind noch in Gange, berichtete Ortsvorsteher Bernd Kühnle. Er wollte von den Ortschaftsräten nun eine Entscheidung, denn bei einer Zusage zum  Vorhaben sind die nächsten Schritte der Stadt die Fortschreibung des Flächennutzungsplans, ein Bebauungsplan muss aufgestellt werden. Die Argumente für und wider hätten die Räte in der jüngsten Sitzung ausgetauscht, „und es war genügend Zeit, sich eine Meinung zu bilden und mit den Bürgern zu reden“, meinte er. Er selbst habe sich für ein „Nein“ entschieden: „Für mich wäre dies eine Grundsatzentscheidung, die beinhaltet, dass auch künftige Vorhaben solcher Art in Suppingen zu genehmigen wären.“ Vor allem die Befürchtung, es könnten weitere Grundstückseigner, die ihre landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr bewirtschaften, diese für ähnliche Zwecke veräußern, habe ihn zu dieser Haltung bewogen.

Um Gleichberechtigung ging es Ludwig Nüßle bei seiner Absage zum Vorhaben und darum, dass Suppingen mit dieser Anlage „ringsum eingemauert“ sei. Schon einmal habe man eine Anfrage abgelehnt, jetzt zuzustimmen gehe nicht. Das sei nicht zu vergleichen, wandte Kühnle  ein, die  Ablehnung seinerzeit wäre zwingend gewesen, weil damals ausschließlich Konversionsflächen für Freilandanlagen zugelassen waren, keine minderwertigen Ackerböden wie in diesem  Fall.

Für die anderen Räte überwogen die positiven Aspekte. Klar für erneuerbare Energien sprachen sich Hansjörg Götz, Ludwig Häberle und Werner Scheck aus. Dem Ausbau der erneuerbaren Energien könne man sich nicht entziehen mit der Ansage, „bei uns nicht“, sagte Götz. Zum Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen betonte er, dass die geplante Anlage der Firma Juwi im Vergleich zu einer Biogasanlage „nur einen Bruchteil der Fläche zur Stromproduktion braucht“. Häberle stützte das mit seinem Argument, der bundesweite Flächenverbrauch sei durch das Bieterverfahren der Bundesnetzagentur gedeckelt.

Beate Bückle hofft darauf, dass durch die Freilandanlage der Anbau von Monokulturen wie Mais für die Biogasanlagen eingeschränkt wird. Sie merkte zudem an, dass dies keine grundsätzliche Entscheidung sein müsse: „Über solche Vorhaben können wir jederzeit neu diskutieren.“ Die Rahmenbedingungen könnten sich wieder ändern.

Martin Stöckle zerpflückte das Argument, Suppingen würde mit dieser Anlage im Gewann „Lemmel“ in seiner weiteren Entwicklung ausgebremst: „Wir haben noch genügend Flächen innerorts zur Nachverdichtung,“ betonte er.

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