Infrastruktur In die Lindenhofschule kommt ein Kindergarten

Unten Kindergarten, oben Grundschule: So sehen die Pläne für die Lindenhofschule Herrlingen aus.
Unten Kindergarten, oben Grundschule: So sehen die Pläne für die Lindenhofschule Herrlingen aus. © Foto: Volkmar Könneke
Blaustein / Helga Mäckle 20.07.2018
Die Lindenhofschule soll umgebaut werden und im Erdgeschoss Platz für 44 Kindergartenkinder bieten.

Eine Million Euro. Da schluckten die Blausteiner Stadträte am Dienstag. So viel wird der Umbau der Lindenhofschule in Herrlingen in etwa kosten. Einsparpotienzial sei aber vorhanden, sagte die Verwaltung bei der Vorstellung der Pläne, wie in das Erdgeschoss des Gebäudes der Grund- und Werkrealschule eine Kindertagesstätte für zwei Gruppen und maximal 44 Kindern gebaut werden könnte. Hintergrund ist, dass die letzte Klasse der Werk­realschule nun in die Realschule nach Ehrenstein umzieht (siehe Info-Kasten unten).

In dem Gebäude verbleibt die Grundschule, die alleine weniger Platz benötigt. Gleichzeitig braucht die Stadt Blaustein dringend neue Kindergartenplätze, die Wartelisten für einen Platz sind lang. „Das Gebäude steht zum Teil leer, da ist es nur logisch, dass wir das nutzen sollten“, sagte Herrlingens Ortsvorsteherin Rita Sommer.

Nach dem Umbau sollen die beiden Einrichtungen komplett getrennt betrieben werden können. Dazu müssen unter anderem neue Wände hochgezogen und die Toiletten verlegt werden. Die eh schon viel zu kleine Mensa, die Kita und Schule gemeinsam nutzen sollen, muss vergrößert werden. Zudem werden für die Verlässliche Grundschule zwei bisherige Klassenräume  im Erdgeschoss umgenutzt. Es sei wichtig, dass diese Räume getrennt vom übrigen Gebäude sind, sagte Schulleiterin  Bianca Thierer. Sonst sei durch herumrennenden Kinder der Verlässlichen Grundschule ständig Unruhe im Haus, der Unterricht schwierig.

Eltern stehen dahinter

Auch wenn die beiden Einrichtungen getrennt sind, eigene Eingangsbereiche haben, sei durchaus eine pädagogische Kooperation angestrebt, sagte Volker Geywitz, bei der Stadt für Schulen zuständig. Eine Vorstellung die Ursula Rieger-Wäckerle (Grüne) besonders charmant findet: „Toll, wenn die Kinder zusammen aufwachsen können.“ Überhaupt sei der Vorschlag für den Umbau sehr gut: „Eltern, Schüler und die Herrlinger stehen dahinter.“

Bleibt das Geldproblem. Daran ändern auch die 200.000 Euro Zuschuss nichts, die die Stadt vom Land erwartet. Wie Stadtbaumeisterin Sandra Pianezzola sagte, seien in der Million die Kosten für das Herrichten eines Teils der Fassade enthalten, etwa neue Fensterelemente in den Gruppenräumen der Kita und der Verlässlichen Grundschule. Die Fassade des knapp 50 Jahre alten Gebäudes müsse früher oder später energetisch saniert werden, es mache bautechnisch Sinn, dies gleich mit zu erledigen. Noch nicht abgeklärt sei, was beim Thema Brandschutz auf die Stadt zukomme, sagte Pianezzolla.

Der Gemeinderat stimmte zu, die Planung für den Umbau weiter zu verfolgen – mit der Maßgabe, die Kosten deutlich zu senken. Ob der Zeitplan zu halten sein wird, dass der neue Kindergarten zum Schuljahr 2019/20 in den neuen Räumen loslegen kann, ist laut der Stadtbaumeisterin „sehr ambitioniert“.

Gemeinschaftsschüler legen ihre Prüfung noch ab

Die letzte Klasse der Herrlinger Werkrealschule zieht zum neuen Schuljahr um nach Ehrenstein an die Realschule und wird nächstes Jahr dort ihren Hauptschulabschluss ablegen. Dann gibt es keine Werkrealschule mehr in Blaustein. Auch die Gemeinschaftsschule wird – wie gestern berichtet – mangels ausreichender Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr geschlossen. Die drei Jahrgänge, die derzeit bereits an der Schule unterrichtet werden, bleiben aber an der Gemeinschaftsschule bis zu ihrer Abschlussprüfung.

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