Ultraleichte Rahmen aus Aluminium, Carbon oder Titan, drei Dutzend Gänge, optimale Übersetzungen für jeden Straßenverlauf, windschnittiges Design: Moderne Rennbikes sind Hightech-Maschinen. Die Rennräder vergangener Zeiten hatten einen stählernen Rahmen, der bei hohen Geschwindigkeiten bergab zu flattern begann, Schalthebel ohne Rasterung am Rahmen, viel weniger Gänge und harte Ledersättel.

Bei der 26. Tour "Rund um Altheim" am Sonntag trafen beide Welten aufeinander. Neben seinem Radmarathon über 205 Kilometer sowie vier weiteren Touren bot der Rad-Sport-Club Altheim/Alb in diesem Jahr erstmals auch eine Retro-Tour für altmodische Räder und Ausrüstung an. "Wir wollten etwas Neues ins Programm aufnehmen", erklärt der erste Vorsitzende Jürgen Ehret. Sein Vereinskollege Harald Noller, ein begeisterter Sammler von Fahr- und Motorrädern, habe die zündende Idee zur Retro-Tour gehabt. Bei bestem Wetter fanden sich am Sonntag elf Radler zur Retro-Ausfahrt ein: Mit Rädern aus der Zeit der Vereinsgründung 1988 und älter, in Wolltrikots und Wollhosen mit Hirschledereinsatz, teilweise sogar mit alten, ledernen Sturzringen anstelle moderner Helme, wagten sie sich auf den 75 Kilometer langen und 1000 Höhenmeter überwindenden Rundkurs.

"Sicher sind moderne Rennräder bequemer", meint Ole Rasmussen, der mit seinem "Marisa"-Rad Baujahr 1980 aus Kornwestheim angereist war. Für ihn aber sei die Faszination an der Technik Grund genug, um sein altes Rennrad bei passender Gelegenheit aus der Garage zu holen. Mithalten könne er damit ohne Probleme. "Ein guter Fahrer mit einem alten Rad wird manchen Besitzer eines teuren Hightech-Bikes leicht überholen", ist auch Noller überzeugt. Er begleitete die Retro-Tour auf seiner 35 Jahre alten BMW R 45, um die Radlern bei Pannen schnell mit einem Ersatzteil zu versorgen.

Am Ende fanden alle Tour-Teilnehmer wohlbehalten an die Albhalle zurück. Fast 800 Radfahrer aus Süddeutschland zählte Jürgen Ehret in diesem Jahr; gemeinsam legten sie über 84.400 Kilometer zurück. Stärkste Gruppe war das Team des Fahrradlands Langenau, das mit 81 Startern insgesamt 7760 Kilometer bewältigte.