Natur In Ruhe Vögel beobachten

Mit Jagdhornklängen ist gestern die Beobachtungsstation feierlich eröffnet worden.
Mit Jagdhornklängen ist gestern die Beobachtungsstation feierlich eröffnet worden. © Foto: Joachim Lenk
Münsingen / Joachim Lenk 10.11.2018

Roter Milan, Schwarzkehlchen, Heidelerche, Neuntöter und Braunkelchen. Alles Vogelarten, die auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen, dem heutigen Herzstück des Biosphärengebietes Schwäbische Alb, heimisch sind. Den Anblick dieser und weiterer Tiere können Naturliebhaber und Wanderer jetzt in aller Ruhe genießen, von erhöhter Warte aus und mit einem Dach über dem Kopf. Gestern ist im Böttental am Wanderweg Nummer 7, nicht weit entfernt von der Kreuzung zum Weg Nummer 6 (Zainingen – Gruorn), eine Vogelbeobachtungsstation eröffnet worden.

Das erhöht stehende sechseckige Holzhaus ist über einen barrierefreien Zugang bequem zu erreichen. Den Besuchern stehen fünf Beobachtungsschlitze zur Verfügung. Einer ist etwas niedriger platziert, sodass auch Kinder auf ihre Kosten kommen. Außerdem gibt es in diesem Hexagon einige Sitzgelegenheiten. Ganz nebenbei ist es auch ein willkommener Unterstand bei Starkregen.

Baustein zur Besucherlenkung

Diese Vogelbeobachtungsstation ist ein gemeinsames Projekt der Mitarbeiter des Bundesforstes und der Auszubildenden der Firma Fertighaus Schwörer aus Hohenstein (Kreis Reutlingen). Dietmar Götze, Leiter des Bundesforstbetriebes Heuberg, der für das 6500 Hektar große Areal zuständig ist, freut sich über einen „weiteren Baustein des Besucherlenkungskonzeptes“. Er erinnerte daran, dass vor knapp zwei Monaten der Aussichtsturm am Wasserhochbehälter Magolsheim auf dem ehemals militärisch genutzten Areal eingerichtet wurde (wir berichteten). Götze sprach von einem „optisch gelungenen Produkt“, dass sich gut in die Landschaft einfüge – sowohl im Böttental als auch in Magolsheim.

304 Stunden haben 14 Auszubildende an dieser Holzkonstruktion am Wanderweg Nummer 7 gearbeitet, die rund 12 000 Euro gekostet hat, rechnete Firmenchef Johannes Schwörer vor. Er habe dieses Projekt „sehr gerne unterstützt“. Während seiner kurzen Rede lobte er die gute Partnerschaft mit dem Bundesforst. Schwörer wünscht sich, dass die Besucher in dieser Vogelbeobachtungsstation „viele schöne Stunden in aller Stille genießen können“. 

Fläche ohne Straßen

Reutlingens Landrat Thomas Reumann, der, wenn man es genau nimmt, in Personalunion auch Bürgermeister des unbewohnten und gemeindefreien 6500 Hektar großen Geländes ist, erinnerte an das Alleinstellungsmerkmal des Areals, das einzigartig in Baden-Württemberg sei. Es handelt sich dabei um die größte zusammenhängende Fläche, die von keiner Straße durchkreuzt ist. „Hier kann man die Ruhe hören“, sagte Reumann.

Mehrere Aussichtspunkte

Wege Seit 2006 ist der ehemalige Truppenübungsplatz Münsingen auf 13 ausgewiesenen Rad- und Wanderwegen erlebbar. Die Besucher haben auf dem rund 6500 Hektar großen Areal zudem die Möglichkeit, die Aussicht auf den Türmen Magolsheim (Höhe 5 Meter), Sternenberg (8 Meter), Waldgreut (20 Meter), Heroldstatt (30 Meter) und Hursch (42 Meter) zu genießen. Außerdem sehen sie entlang der Wege das verlassene Dorf Gruorn, die Aussichtsplattform Gänsewag, den ehemaligen Kalkofen Ludwigshöhe und seit Neuestem die Vogelbeobachtungsstation.

Zugänge Ins Herzstück des Biosphärengebietes Schwäbische Alb gelangen Besucher über Zugänge in Auingen, Böttingen, Trailfingen, Magolsheim, Hengen, Böhringen und Zainingen (alle Landkreis Reutlingen) sowie in Feldstetten und in Ennabeuren (Alb-Donau-Kreis).

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