Abfall In Lonsee wird ein zentraler Kompostierplatz geplant

Ein Tochterunternehmen des Maschinenrings Ulm-Heidenheim plant in Lonsee einen zentralen Kompostierplatz. Die GmbH betreibt bereits in Langenau eine Anlage.
Ein Tochterunternehmen des Maschinenrings Ulm-Heidenheim plant in Lonsee einen zentralen Kompostierplatz. Die GmbH betreibt bereits in Langenau eine Anlage. © Foto: Volkmar Könneke
Lonsee / STEFAN BENTELE 07.10.2017
Die Kommunen im Kreis müssen bis Jahresende eine Grüngut-Konzeption vorlegen. Lonsee und mehrere Nachbargemeinden planen eine Kooperation.

Einige Kommunen im Alb-Donau-Kreis müssen dem Landratsamt bis Ende dieses Jahres Konzeptionen vorlegen, wie künftig Grüngut-Abfälle gelagert, behandelt und verwertet werden können. „Wir sind in der Pflicht, etwas zu tun“, sagte Bürgermeister Jochen Ogger am Donnerstagabend in der Gemeinderatssitzung Lonsee.

Zwar gibt es in Lonsee-Halzhausen bereits einen Sammelplatz für Grünabfall aus der Gemeinde, der dort gehäckselt und danach von Landwirten auf Feldern ausgebracht wird. Doch das ist eigentlich nicht mehr erlaubt, wird aber bislang von der Kreisbehörde geduldet. Damit ist Ende des Jahres Schluss.

Lonsee will deshalb mit den Nachbargemeinden Amstetten, Beimerstetten, Westerstetten, Weidenstetten, Altheim/Alb und vermutlich Dornstadt – dort erwägt man auch eine Zusammenarbeit mit Blaustein – kooperieren. Die Gemeinden sollen von ihren Sammelstellen gemäß Konzeption, der der Gemeinderat Lonsee als erstes Gremium geschlossen zugestimmt hat, das Grüngut nach Halzhausen zu einem neuen zentralen Kompostierplatz liefern. Entstehen soll dieser auf dem bisher frei zugängliche Sammelplatz in der Nähe der Kläranlage. Ausbau und Betrieb übernimmt die Agrardienstleistungs GmbH, einer Tochter des Maschinenrings Ulm-Heidenheim. Sie betreibt bereits die Sammelstelle und investiert etwa 300.000 Euro.

Künftig darf das Material aus den Nachbargemeinden nur noch dort verarbeitet werden. Dazu muss laut Hans Fetzer, Geschäftsführer der Agrardienstleistungs GmbH, Boden auf dem Gelände versiegelt werden, damit Vergärungsrückstände und Regenwasser nicht versickern können. Das künftig mindestens 3000 Quadratmeter große Gelände wird eingezäunt und bekommt Öffnungszeiten.

Die Anlage soll künftig bis zu 2500 Tonnen Material aufnehmen können. Nach dem Zerhäckseln müssen die pflanzlichen Rückstände auf dem Gelände ruhen und laut Fetzer „hygienisieren“, damit Neophyten wie etwa das Indische Springkraut unschädlich gemacht werden. Dieser Vorgang dauert, wie Fetzer auf Nachfrage von Gemeinderat Eberhard Lenz (Bürgerliste) sagte, zwischen drei und acht Tagen, je nach Hitzeentwicklung im Inneren. Danach wandelt sich das Material vor Ort binnen vier Monaten zu Kompost. „Wir wollen Gütekompost erzeugen“, der zertifiziert sei, sagte Fetzer. Das Vereinfache das Ausbringen, steigere die Nachfrage und sei auch für Öko-Betriebe interessant. Auch Privatleute werden das Material beziehen können.

Auf dem zentralen Kompostierplatz soll stichprobenartig kontrolliert werden, damit keine Störstoffe den Kompost verunreinigen. Personal wird dauerhaft nicht vor Ort sein. „Das ist einfach eine Kostenfrage“, sagte Fetzer. Seiner Berechnung nach wird die Verkehrslast kaum zunehmen. Derzeit lieferten im Schnitt 37 Fahrzeuge Grüngut an, künftig dürften es täglich 38 sein.

Gemeinden müssen zustimmen

Bislang kostet die Grüngutverwertung Lonsee 25.000 Euro im Jahr, künftig kommen 20.000 Euro hinzu, die der Betreiber in Rechnung stellt. Der Betrag setzt sich für Lonsee aus den etwas höheren Verwertungskosten zusammen, die höchstens 48 Euro pro Tonne betragen dürfen, und aus den Personalkosten für Stichprobenkontrollen. Nachbargemeinden zahlen pro Fuhre zudem eine Pauschale über 85 Euro.

Der Maschinenring stellt die Pläne nun in den Gemeinderäten der Nachbarkommunen zur Beratung vor. Wird dem Konzept zugestimmt, erfolgen Antragstellung beim Landratsamt und Bauphase. Die Inbetriebnahme ist fürs Frühjahr vorgesehen.

Rechtliche Regelung im Alb-Donau-Kreis

Verordnung Seit der Neufassung der Bioabfallverordnung Mitte 2012 ist Grüngut nicht mehr von der Behandlungs- und Untersuchungspflicht befreit und bedarf einer „hygenisierenden Behandlung“. Ferner hat der Kreis die Sammlung und Verwertung an die Kommunen übertragen, Sammelstellen und Kompostierplätze müssen genehmigt werden. Das regionale Konzept in Lonsee und Umgebung richtet sich an der Konzeption aus, die der Kreistag Ende 2015 beschlossen hat.