Etwa 200 Unterschriften haben Marianne Prinzing, Grünen-Kreisrätin aus Lonsee, und weitere Initiatoren und Gegner des geplanten Baugebiets "An der Lone" bislang gesammelt. Alle wollen sie mit einem Bürgerbegehren gegen den Aufstellungsbeschluss für den Lonseer Bebauungsplan im Landschaftsschutzgebiet vorgehen. 272 Unterstützer und damit sieben Prozent aller Wahlberechtigten in der Gemeinde braucht es, dann muss der Gemeinderat binnen zwei Monaten über die Rechtmäßigkeit des Begehrens entscheiden. Das aber scheint angesichts der Vorgaben in der Gemeindeordnung des Landes eher Formsache zu sein. Für den dann folgenden Bürgerentscheid binnen vier Monaten genügt eine einfache Mehrheit, um den Aufstellungsbeschluss zu kippen - vorausgesetzt, die Wahlbeteiligung liegt höher als 20 Prozent. Das Ergebnis ist bindend und einem Gemeinderatsbeschluss ebenbürtig.

"Ein Bürgerentscheid reißt immer nur Gräben auf", sagt Bürgermeister Jochen Ogger. Er bedauert, dass die Gegner noch vor der Informationsveranstaltung im Februar mit dem Sammeln von Unterschriften begonnen haben. Verwaltung und Gemeinderat hätten sich gewünscht, dass Bedenkenträger zunächst das Gespräch suchen. Auch er habe vor dem Aufstellungsbeschluss alle Anwohner persönlich angeschrieben und zu Einzelgesprächen geladen. Die jüngst gestartete Aktion sieht er aber als einen "legitimen demokratischen Vorgang", um sich Verbündete zu suchen.

Die Bedenken unter den Initiatoren und Unterstützer der Unterschriftenaktion sind vielfältig. Einige fürchten wegen des geplanten Baugebiets um den Hochwasserschutz entlang der Lone. Andere Sorgen sich, dass das Hangwasser östlich des künftigen Neubaugebiets nicht mehr sauber versickern und abfließen kann. "Es wird auf Wasser gebaut", sagt Prinzing. Dass ein hydrologisches Gutachten nun noch in Auftrag gegeben wird, hält sie für überfällig. Ogger wiederum sieht darin lediglich eine Klärung von Detailfragen für spätere Bauherren, nicht aber ein Hinderungsgrund für eine Erschließung.

Anstoß nehmen die Kritiker auch an der Auffüllung der Erschließungsstraße, wo jetzt noch ein Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist. "Wir wollen einfach nicht, dass das Landschaftsschutzgebiet aufgehoben wird", sagt Prinzing. Zumal das Lonetal zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt werden soll. "Da sollte man dem Bächle und dem Tal auch Raum lassen." Allein gegen Abriss und Bebauung des Bauernhofs, das ein Zentrum mit betreutem Wohnen, Tagespflege und Praxen vorsieht, habe keiner etwas.

Das wiederum hilft Ogger wenig. "Wenn der Aufstellungsbeschluss fällt, was passiert dann mit dem Zentrum?", fragt sich der Bürgermeister. Der Bebauungsplan umfasse auch das Bauernhofgelände. Kippt der Bürgerentscheid alles, bleibt die Gemeinde laut Ogger mindestens auf den Planungskosten sitzen. Zahlen nannte er nicht. "Es ist jetzt halt die Frage, ob wir weiter machen oder warten." Laut Prinzing läuft die Aktion noch bis April.

Für Planer und Verwaltung drängt die Zeit dahin gehend, dass die Erschließungsstraße um 1,50 Meter im Vergleich zu den späteren Bauplätzen angehoben werden soll. Dazu muss zunächst Aushub herangeschafft und verteilt werden, damit sich das Material mehrere Monate setzen und verfestigen kann. Laut Ogger fällt das Material nur jetzt an. Details zur genaueren Herkunft nannte er nicht, Material von den Tunnelbaustellen auf der Alb käme aber nicht in Frage.