Treffpunkt In Erbach soll es ein Baustellen-Café geben

Filiz Lemmermeyer will in der Erbacher Stadtmitte ein Baustellen-Café betreiben, das über aktuelle Projekte informiert.
Filiz Lemmermeyer will in der Erbacher Stadtmitte ein Baustellen-Café betreiben, das über aktuelle Projekte informiert. © Foto: Privat
Erbach / Franz Glogger 02.10.2018

Eine Gruppe Senioren steht vor dem Erbacher Rathaus. Gegenüber sind die Abbrucharbeiten voll im Gange. Sie wissen, dass die Raiffeisenbank Donau-Iller dort neu bauen will. Nun wollen sie erfahren, was genau geplant ist. „Geh’n wir ins Cafè“, schlägt einer vor. Die Männer wechseln die Straßenseite und gehen zu Filiz Lemmermeyer. Die 35-Jährige betreibt im früheren Blumenladen Stöferle das „Baustellen Café“. Der Raum ist kein durchgestyltes Lokal, mit originellen Ideen wurden die früheren Laden- und Lagerräume hergerichtet. Der Clou aber sind die aushängenden Informationen: Modelle, Pläne, Fotografien, Mitteilungen der Stadtverwaltung und von Investoren zeigen, wie es in Erbach einmal ausgesehen hat, wie die Stadt sich entwickeln soll und was derzeit läuft – auch auf dem Areal gegenüber des Rathauses.

So oder so ähnlich soll es in der Erbacher Stadtmitte künftig ablaufen – noch ist das Café eine Vision. Sie soll aber noch in diesem Jahr Wirklichkeit werden.

„Es passiert so viel in der Erlenbachstraße. Wir wollen einen Ort schaffen, an dem alle Fäden zusammenlaufen und sich die Leute informieren können“, sagt Thomas Knöpfle als Vorsitzender des Handwerker- und Gewerbeverein (HGV), dem offiziellen Betreiber des Cafés.

Die Idee stammt von den HGV-Ausschussmitgliedern Claudia Grau und Annegret Fleiner. „Es bewegt sich viel in Sachen Innenstadt. Das Problem ist nur, die Bürger sehen es nicht“, sagt Grau. Um „sichtbar zu machen“, was oft im Verborgenen läuft, kam ihnen die Idee mit dem Café. „Bei einer Tasse Kaffee schaut man die Pläne an, liest Informationen und tauscht sich mit Tischnachbarn aus“, erläutert Grau. Damit würde der Weg ins Rathaus, den viele scheuten, umgangen.

Damit die Gleichung „Info-Point plus Café-Angebot ist gleich Baustellen-Café“ aufgeht, braucht es Partner. Zunächst war eine Betreiberin gesucht. Von Filiz Lemmermeyer wussten sie, dass sie schon lange von einem eigenen Café träumt. Sie war im Handumdrehen für das Projekt gewonnen.

Eröffnung noch 2018

Weiter ist die Zustimmung der Kommune nötig. „Der Bürgermeister war sofort Feuer und Flamme und unterstützt uns“, sagt Knöpfle. In diesen Tagen bespricht der Vorsitzende mit Achim Gaus das weitere Vorgehen, etwa die Umnutzung der Räume. „Die Kombination von Information und Treffpunkt bei Kaffee und Kuchen ist eine gute Idee. Wir werden sie so gut wir können unterstützen“, erklärt Gaus auf Nachfrage. Das geschah zum Beispiel bei Gesprächen mit der Donau-Iller-Bank, die als Besitzerin der Immobilie eine Schlüsselrolle hat. Die Bank habe dabei ihre grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, sagt Gaus.

Die Eröffnung ist noch dieses Jahr vorgesehen. Filiz Lemmermeyer „steht in den Startlöchern“, ebenso wie Claudia Grau. „Informieren ist das Eine. Ganz oben auf unserer Wunschliste steht aber auch die Entwicklung eines Wir-Gefühls für unsere neu entstehende Mitte“, meint Grau.

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Ältester Gewerbeverein in Deutschland

Projekte Obschon mit 296 Jahren bundesweit der älteste Gewerbeverein, ist der Handwerker- und Gewerbeverein (HGV) Erbach voller Tatendrang, sagte Vorsitzender Thomas Knöpfle bei der Jahreshauptversammlung. Etwa werde die Erneuerung der Innenstadt aktiv begleitet. Weitere Projekte seien die Beteiligungen am Stadtfest, der Ausrichtung des Weihnachtsmarkts und die für nächstes Jahr geplante Gewerbeschau. Die nächste Aktion ist die Ausbildungsplatzbörse am 20. Oktober.

Wahlen Alle Amtsinhaber wurden geschlossen bestätigt. Einstimmig war auch die Ernennung von Claudia Grau zum Ehrenmitglied.

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