Wasser In einem Jahr steht der Zwillingsturm

Regglisweiler / Von Beate Reuter-Manz 07.11.2018

Der Riesenbagger leistet ganze Arbeit. Noch ein paar kräftige Bisse in den grauen Beton und der einstige Hochbehälter Brandenburg, vis-a-vis vom Vereinsheim der Aquarianer in Regglisweiler, ist dem Erdboden gleichgemacht. Bauabschnitt 2 der umfangreichen Sanierung der Wasserversorgung für die Illergruppe hat begonnen. In einem Jahr soll exakt an dieser Stelle ein moderner Edelstahlturm stehen. Er wird 400 Kubikmeter Wasser vorhalten können. Es ist die Nummer zwei seiner Art. Denn sein imposanter Zwillingsbruder verrichtet bereits seit vier Jahren seinen Dienst in dem Betriebsgebäude, das von außen aussieht wie eine landwirtschaftliche Scheuer, innen aber High-Tech pur ist.

In die Jahre gekommen

Doch der Reihe nach: Im Jahr 2010 verständigte sich der Wasserzweckverband Illergruppe auf eine umfangreiche Sanierung seiner Wasserversorgung in Regglisweiler. Denn die Anlage war in die Jahre gekommen und „für eine moderne, und zukunftsweisende Wasserversorgung im gesamten Verbandsgebiet und darüber hinaus auch zu klein“, wie Verbandsvorsitzender Jens Kaiser erläutert. 1936 war der erste Regglisweiler Hochbehälter gebaut worden. Fassungsvermögen: gerade mal 200 Kubikmeter. In den 1950er Jahren wurde um eine zweite Kammer und eine Druckerhöhungsanlage erweitert. Von diesem Zeitpunkt an konnten dort 600 000 Liter Wasser gespeichert werden. Die Verbandsmitglieder, die Gemeinde Illerrieden und die Stadt Dietenheim beschlossen einen Neubau in zwei Bauabschnitten. „Weil die Wasserversorgung für Regglisweiler ja durchgehend gewährleistet sein muss“, wie der Illerrieder Bürgermeister ausführt.

2013 wurde die kleinere Kammer abgebrochen. Nur ein Jahr später stand das neue knapp neun Meter hohe Betriebsgebäude. Weil es drei Meter in den Grund eingelassen wurde und die Betonwände mit Holzpanelen ummantelt sind, wirkt es von außen wie ein groß geratener Stadel. Im Inneren birgt die Scheune eine Druckerhöhungsanlage, einen Rohrkeller und natürlich den 6,5 Meter hohen Edelstahltank. Das monumentale Behältnis hat einen Durchmesser von 9 Metern und kann 400 000 Liter Trinkwasser speichern. Herr darüber ist Thomas Kruschwitz, der seit vier Jahren die Anlagen im Zweckverband betreut. „Der Edelstahlbehälter macht die Reinigung um einiges einfacher“, schwärmt der 53-Jährige. Die Regglisweiler Bürger verbrauchen pro Tag etwa 250 Kubikmeter Wasser, weiß der Experte. 200 000 Liter fließen in die so genannte Niederzone, 50 000 müssen in die Hochzone gepumpt werden.

Auch jetzt, nach der langen Trockenheit konnte über die drei Brunnen in Regglisweiler, Wangen und Illerrieden genug Wasser gefördert werden. Kruschwitz: „Unsere Brunnen haben einfach eine gute Lage!“

Eher Probleme mit dem fehlenden Niederschlag und dem niedrigen Wasserstand der Iller hat derzeit die Steinberg-Gruppe. Ein Rahmenvertrag regelt, dass die Illergruppe ihren Nachbarn pro Tag 35 Kubikmeter Wasser abgibt. In diesem heißen Sommer musste aber schon mal mit 1000 Kubikmetern ausgeholfen werden. „Normalbetrieb ist noch immer nicht. Derzeit geben wir 200 Kubikmeter“, berichtet Kruschwitz. Wenn der zweite Edelstahlturm nach einem Jahr Bauzeit im dann um zwölf Meter verlängerten Betriebsgebäude steht, kann die Illergruppe 800 000 Liter Wasser speichern. „Dann haben wir eine dauerhaft sichere Wasserversorgung. Auch und gerade mit Blick auf unseren Verbund mit der Steinberggruppe“, freut sich der Bürgermeister.

Erneuerung für knapp 1,5 Millionen Euro

Der Verband Dem Zweckverband „Wasserversorgung Illergruppe“ gehören die Stadt Dietenheim und die Gemeinde Illerrieden an. Über die Hochbehälter Brandenburg in Regglisweiler und Weissenberg in Illerrieden werden mehr als 2500 Haushalte in Regglisweiler, Dorndorf, Illerrieden und Wangen versorgt. Drei Brunnen, in Regglisweiler, in Wangen und in der Wochenau beim Golfplatz Illerrieden, befördern die Verbandsleitung und befüllen die beiden Hochbehälter.

Die Kosten Der erste Bauabschnitt, also das neue Betriebsgebäude mit einer Edelstahlkammer, kostete den Wasserzweckverband rund 800 000 Euro. Noch einmal 675 000 Euro werden für den zweiten Bauabschnitt veranschlagt. Enthalten sind hier der Abriss des alten Beton-Hochbehälters, der Neubau des zweiten Edelstahlturms sowie die Erweiterung des Betriebsgebäudes. Die Kosten übernehmen anteilig zu 60 Prozent Illerrieden und zu 40 Prozent Dietenheim. Das Land fördert die Maßnahme.

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