"Wer die Jugend hat, hat die Zukunft", sagte einst der französische General, Staatsmann und Kaiser Napoleon Bonaparte. Mit seinen Worten eröffnete Bürgermeister Oliver Sühring am Samstag den frisch sanierten und erweiterten Jugendtreff in der Platzgasse. Über ein Jahr lang hatten Jugendliche, junge Erwachsene und örtliche Gewerbetreibende zuvor Hand in Hand gearbeitet, um die liebevoll "Schuppen" genannte Einrichtung optisch wie organisatorisch auf Vordermann zu bringen - mit Erfolg.

Mit viel Eigenleistung schufen die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Jugendtreff einen schmucken Anbau und renovierten das Innere des in die Jahre gekommenen Treffs. 20 000 Euro schoss die Gemeinde zu. "Das Geld ist gut angelegt", befand Sühring bei der Einweihung. Der als Windfang genutzte Anbau reduziere die Schallemission des Treffs, eine angrenzende Garage als Lagerraum ist ab sofort durch eine Zwischentür direkt vom Gebäude aus erreichbar. In der Folge sei die Nachtruhe der Anwohner gesichert. Entsprechend positiv fiel die Antwort auf eine erste Nachfrage Sührings über den Stand der Dinge unter den Nachbarn aus: "Haben die überhaupt schon wieder geöffnet?"

Vor Jahrzehnten fand die Bernstadter Jugend unterhalb des Feuerwehrgerätehauses im Herzen der Gemeinde ein Zuhause. Dass sie sich dort bis heute trifft und austauscht, freut den Bürgermeister: "Unsere Jugend gehört nicht nur symbolisch zum Zentrum Bernstadts", betonte er. Sie sei zentraler Bestandteil der Gemeinschaft; der "Schuppen" erfahre eine enorme Akzeptanz. "Ihr gehört genau hier hin", wandte sich der Bürgermeister an die Jugend. Von einer Bauwagenkultur, welche junge Menschen an den Rand von Gemeinde und Gemeinschaft dränge, wollte er nichts wissen. Der "Schuppen" spanne erfolgreich den Bogen zwischen den Generationen; viele Ehemalige unterstützen den Jugendtreff bis heute, der Nachwuchs werde hervorragend eingebunden. Entsprechend sei die Investition der Gemeinde in den Treff nie in Frage gestanden: "Sie erfährt ihre Rechtfertigung in der Jugend selbst." Man habe der Jugend am Ort ein großes Maß an Vertrauen entgegengebracht und sei nicht enttäuscht worden, sagte Sühring. Seit Spätsommer 2011 hat der Jugendtreff wieder drei Mal wöchentlich geöffnet.