Ulm Im Oktober wird es ernst

Die Kuhberg-Karawane, angeführt von Ingo Wortmann (rechts).
Die Kuhberg-Karawane, angeführt von Ingo Wortmann (rechts). © Foto: C. Liebhardt
Ulm / CHRISTINE LIEBHARDT 21.09.2015
Wo fallen Parkplätze weg, wo Bäume? Wie fahren die Schulbusse, wo gibt es bald Einbahnverkehr? Antworten auf Fragen der Anwohner zum Bau der Linie 2 auf den Kuhberg gaben die Planer bei einem Rundgang.

Die "Task Force Linie 2" kommt schwer beladen. Kiloweise Infobroschüren schleppt das Team von Stadt und Stadtwerken Station für Station den Kuhberg hinab, außerdem Mikrofone und tragbare Lautsprecher. Schließlich wollen sie gehört werden von den etwa 50 Anwohnern, die am Samstagmorgen hochgekommen sind zum Schulzentrum. Die wissen wollen: Kommen wir noch in unsere Häuser, wenn die Vorarbeiten für die Straßenbahn im Oktober losgehen? Wo fallen Parkplätze weg? Wie fahren in Zukunft die Schulbusse? Die Antworten gaben Ingo Wortmann, Chef SWU-Verkehr, Ralf Gummersbach, ebenda Leiter der Abteilung Infrastruktur, und Torsten Fisch, bei der Stadt zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Linie 2.

Vorarbeiten Bevor die neue Straßenbahntrasse gebaut werden kann, müssen Kanäle und Leitungen verlegt werden. Die Strecke: Vom Ehinger Tor kommend fährt die Linie 2 links am Finanzamt vorbei über die Beyerstraße in die Römerstraße und dann immer geradeaus den Kuhberg hinauf. Bäume müssen gefällt, provisorische Fahrbahnen eingerichtet und die künftige Wendeschleife am Schulzentrum gebaut werden. All dies geschieht zwischen Oktober und Dezember. Dann gibt es bereits erste Einschränkungen.

Umleitungen Die Römerstraße wird in Richtung Schulzentrum halbseitig gesperrt, und zwar zwischen Saarlandstraße und Unterer Kuhberg. Die Umleitung führt als Einbahn über Saarlandstraße, Neunkirchenweg und Königsstraße bis Egginger Weg. Dort fahren auch die Busse der Linie 4, für die es Ersatzhaltestellen geben wird. Stadteinwärts bleibt die Römerstraße offen. Umgekehrt im Grimmelfinger Weg: Er wird stadtauswärts zur Einbahnstraße, stadteinwärts wird über den Schaffelkinger Weg umgeleitet. Damit waren einige Anwohner nicht einverstanden - sie fürchten die Belastung in den kleineren Straßen und wollen die von der CDU-Fraktion angeregte Öffnung der Grimmelfinger Straße umgesetzt sehen. Fisch: "Wir werden das prüfen."

Öffentlicher Nahverkehr Zum Fahrplanwechsel im Dezember werden alle Busstrecken angepasst. Die Änderungen gelten für die gesamte Bauzeit. Ausnahme: Die Linie 4 fährt bereits ab Anfang Oktober die oben beschriebene Umleitung. Die Busschleife bleibt bestehen, wird aber künftig nicht für den Nahverkehr genutzt. Dort soll ein Schüler-Hol- und Bringverkehr ("Kiss and Ride") eingerichtet werden.

Anwohner Warum werden seit Wochen Häuser von Anwohnern fotografiert? Ingo Wortmann erklärte, dass die Beweissicherung läuft: Gutachter dokumentieren den Ist-Zustand, falls durch den Bau der Straßenbahntrasse Schäden entstehen. Wenn Baumaßnahmen Anwohner direkt betreffen, werden sie rechtzeitig informiert, versprach Wortmann. Dazu wird die Stelle eines Baustellenbeauftragten geschaffen. Die Müllabfuhr wird gewährleistet.

Parken Wo es geht, sollen Parkplätze während der Bauzeit erhalten bleiben. Es werden aber auch einige wegfallen, zum Beispiel im Neunkirchenweg und in der Königstraße. In der Saarlandstraße fallen Parkplätze nur dort weg, wo Ersatzhaltestellen eingerichtet werden. Die in der Beyerstraße wegfallenden Parkplätze werden in Sedan- und Hasslerstraße ersetzt.

Baustart Beginn der eigentlichen Bauarbeiten ist im Januar. Im Egginger Weg bekommt die Straßenbahn eine eigene Trasse auf Höhe des Grünstreifens. Wo deshalb Bäume gefällt werden müssen, werden Ersatzbäume gepflanzt. Dies gilt auch für die Ehinger Anlagen entlang der Beyerstraße. Bauzeit insgesamt: rund zwei Jahre.

Info Auch auf dem Eselsberg gibt es eine Streckenbegehung mit der Task Force Linie 2: Samstag, 26. September, 9.30 Uhr. Treffpunkt: K1. Aktuelle Informationen: linie2-ulm.de.