Ulm Im Dienste der Biosphäre

Biosphären-Bewohner brütet über dem Biosphären-Frage­bogen.
Biosphären-Bewohner brütet über dem Biosphären-Frage­bogen. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / Thomas Steibadler 13.02.2018

Sie sollten froh sein, wenn Sie nicht in einer der 29 Kommunen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb wohnen. Sollten Sie doch, sagen wir mal, in Westerheim oder Lauterach beheimatet sein, müssen Sie unter Umständen ziemlich tapfer sein. Denn wenn es der Zufall will, gehören Sie zu den 5000 Bürgern, denen das Regierungspräsidium Tübingen einen Fragebogen hat zukommen lassen. Es handelt sich, wie die Behörde mitteilt, um eine „Bevölkerungsumfrage“, mit der zwei Ziele verfolgt werden. Erstens: ein umfassendes Meinungsbild, wie die Bewohner zum Biosphärengebiet Schwäbische Alb stehen. Zweitens: Handlungsempfehlungen für die künftige Entwicklung dort. Die Antworten dienen wiederum einem noch höheren Ziel: Die Unesco davon zu überzeugen, dass die im Jahr 2009 erteilte Anerkennung als Bio­sphärenreservat immer noch gültig ist und das Gebiet auf dem Weg zur „Modellregion für nachhaltige Entwicklung“ Fortschritte gemacht hat.

Hehre Zwecke also, denen sich ein Biosphären-Bewohner kaum entziehen kann. Ein bisschen Zeit muss man allerdings schon aufwenden, die 29 Fragen – eine davon bietet 25 mögliche Antworten zum Ankreuzen – beantworten sich nicht von selbst. Hinzu kommen die persönlichen Angaben über Geschlecht, Staatsangehörigkeit , Bildung und Beruf. Schließlich harren noch beinahe philosophische Fragen der Beantwortung: „Alles ist gleich wichtig: die Bedürfnisse der Menschen, die wirtschaftliche Entwicklung der Region und der Schutz der Natur.“ Tipp: Als überzeugter Biosphären-Mensch sollten Sie natürlich „stimme zu“ ankreuzen. Trotzdem dürfte bei einigermaßen gewissenhafter Beschäftigung mit dem zehnseitigen Fragebogen mindestens eine halbe Stunde ins schöne Land ziehen. Zeit, die sich möglichst viele der zufällig ausgewählten Adressaten nehmen, schließlich sollen die Ergebnisse, die für Juli erwartet werden, repräsentativ für alle Biosphärenbewohner zwischen Weilheim/Teck und Zwiefalten, zwischen Schelklingen und Pfullingen sein.