Effekte Illussionen aus Licht und Nebel

Von Sonja Fiedler 27.12.2017
Klaus Röck aus Senden verzaubert das Publikum mit seinen Laser-Shows. Manchmal fließen auch Tränen.

Ohne Nebel geht bei Klaus Röck gar nichts: „Kein Nebel, keine Beam­show!“ Laserstrahlen seien ohne Dunst nicht zu sehen, das Licht müsse reflektiert werden. Bei der Eröffnung der Sendener Parkbühne im Dezember 2013 hatte er deshalb gleich sieben Nebelmaschinen im Einsatz.

Klaus Röck ist ein Meister des Lichts. Seit fast zehn Jahren gestaltet er bei Hochzeiten, Firmen­events oder städtischen Veranstaltungen Laser-Illusionen – ob im Saal oder unter freiem Himmel. „Es fasziniert mich, wie man es mit einem einzigen Strahl und hochmoderner Technik schafft, dass das Auge eine Grafik wahrnimmt. Dabei sieht es nur einen einzigen Punkt, der sich schnell bewegt“, erläutert Klaus Röck.

Die Anfänge seiner Leidenschaft gehen weit zurück. In den frühen 1990er Jahren hat sich der gebürtige Langenauer sein erstes Laser-System gekauft und dann im Hobbykeller daran herumgebastelt. Seine Diplomarbeit im Fach Technische Informatik schrieb er über Show-Laser-Systeme. „Ich hab’ immer meine eigene Anlage mit in die Hochschule gebracht“, erinnert er sich. Damals seien Laser-Installationen noch längst nicht an der Tagesordnung gewesen. „Es waren die absoluten Anfangsjahre mit kleinen Shows.“

Einige Jahre verlor Röck sein Hobby berufsbedingt aus den Augen. Als er Ende der 1990er Jahre eine Musikmesse besuchte, konnte er kaum glauben, wie weit sich die Laser-Technik mittlerweile entwickelt hatte. „Ich kam in die Halle und dachte: Das ist Wahnsinn“, erinnert er sich.

Seitdem hat ihn seine Leidenschaft nicht mehr losgelassen. Er bastelte weiter an Laser-Systemen, zeigte aber erst an Silvester 2006 zum ersten Mal in seinem Partykeller den Nachbarn, was er machte. „Die hatten so etwas noch nie gesehen und waren sehr beeindruckt.“

Seit 2008 tritt Röck öffentlich auf, verzaubert von München bis zum Thüringer Wald Menschen mit Licht. Aus 150 so genannten Beamshows, Lichtprojektionen im Raum mit Musik, können die Kunden wählen. „Bei Beamshows ist man wie in einer anderen Welt“, sagt Röck. Wenn bei einer Hochzeit „My heart will go on“ von Celine Dion zu einer Show laufe, hätten alle Brautpaare Träne in den Augen.

Auch Grafikshows kann man bei Klaus Röck, der seit mehr als 20 Jahren in Wullenstetten wohnt, buchen. Dabei werden auf Flächen wie Fassaden oder Leinwänden grafische Objekte dargestellt und zur Musik bewegt. Beim Stadtjubiläum von Vöhringen projizierte er ein Rentier, das einem Stern folgt, an die Wand. Auch Firmenlogos und Namen hat er schon animiert. Eine Minute Grafikshow zu programmieren, koste etwa zwei Tage Arbeit, sagt Röck: Die einzelnen Grafiken werden Punkt für Punkt von Hand auf ein Tuch gezeichnet, 2000 bis 3000 Punkte pro Grafik seien nicht ungewöhnlich.

Röck arbeitet nebenbei als Laser-Illusionist, ist im Hauptberuf bei einer Firma in Biberach beschäftigt. Etwa fünf Shows im Jahr gestaltet er. Gerne denkt er an vergangene Highlights zurück wie eine Gala im Festspielhaus Bregenz oder eine Kongresseröffnung in München. „Ich hab’ schon so viel Tolles erlebt.“ Auch in Zukunft möchte er die Menschen mit Licht, Musik und Effekten in andere Sphären bringen. „Es ist so schön, den Leuten eine Freude zu machen. Und es ist immer wieder ein Nervenkitzel, wenn es losgeht, und der Strahl und die Musik laufen.“

Wo die Region besonders leuchtet

Serie Festlich, praktisch oder einfach schön: In der dunklen Jahreszeit kommen Lichter in jeder Form besonders zur Geltung. Einige, die in der Region besonders auffallen, betrachten wir in dieser Serie. Alle Folgen sind unter www.swp.de/lichter zu finden.