Radweg Illerradweg von Oberstdorf nach Ulm erneuert und offiziell eröffnet

Illerbeuren / FRANZ GLOGGER 06.05.2016
Der Illerradweg führt jetzt auf durchgängiger Route von Oberstdorf bis Ulm. Bei der Eröffnungstour offenbarte der Weg aber noch Schwächen.

Das haben sich viele Radfahrer lange gewünscht: einen durchgängigen Weg entlang der Iller zwischen Oberstdorf und Ulm, ohne größere Schleifen und Abstecher. Am Donnerstag hat der Unterallgäuer Landrat Hans-Joachim Weirather den neuen Illerradweg offiziell eröffnet. Gewinner seien nicht nur die Allgäuer, sondern alle an dem Weg liegenden Kreise und Kommunen, sagte Weirather. Beim Durchschneiden des weiß-blauen Bandes bei Illerbeuren assistierten ihm unter anderem der Neu-Ulmer Landrat Thorsten Freudenberg und der Altenstadter Bürgermeister Wolfgang Höß. Nach der Übergabe des Vier-Sterne-Siegels durch Armin Falkenhein, den bayerischen Landesvorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), gab Weirather den Weg frei.

Etwa 40 Radler - darunter Freudenberger und seine Familie - strampelten flussabwärts Richtung Ulm. Nach 5,7 Kilometern auf der Straße und einer kräftezehrenden Steigung tauchte erstmals das grün glitzernde Band der Iller neben der Strecke auf. Ein Stück weiter stellte der Vorsitzende des ADFC Neu-Ulm, Walter Radtke, fest: "Jetzt sind wir 16 Kilometer gefahren, und kein weiteres Hinweisschild." Zwar weist das neu entwickelte Logo mit Alpenpanorama, Flusslauf und Ulmer Spatz meist gut den Weg, aber Radtke vermisste erklärende Tafeln. Zum Beispiel an der Wehranlage Mooshausen, an der die Gruppe kurz zuvor vorbeigekommen war. Radtke: "So etwas bietet sich für eine Erklärung geradezu an."

Die Wege an der Iller sind teilweise neu aufgeschottert worden, und dieses Mal wurde auf grobes Material verzichtet. Doch Wirtschaftswege für Flussbauer sind eben kein idealer Untergrund für Radler. Auch ADFC-Mann Falkenhein hatte mit einer Prise Ironie angemerkt, dass der Illerradweg noch Luft nach oben habe: "Vielleicht wollen Sie sich den fünften möglichen Stern ja noch verdienen."

Auf eine mustergültige Beschilderung machte die Tourismusbeauftragte des Landkreises Neu-Ulm, Andrea Engel-Benz, bei Buxheim aufmerksam: Erklärungen zu den nahen Ortschaften, den Sehenswürdigkeiten, ein Kartenausschnitt und ein QR-Code, der zur Internetseite des Illerradwegs verbindet. "Das ist hier zwar Unterallgäu, aber ich muss trotzdem sagen, besser kann man es nicht machen", lobte die Fachfrau. Andere Gemeinden und Kreise hätten noch Nachholbedarf.

Holprige Piste und dünne Informationslage taten der guten Stimmung keinen Abbruch. "Ein schöner Tag: Was das Wetter angeht und, dass es den Weg endlich gibt", hatte Walter Radtke bereits bei der Anreise im Bus gesagt. Unterwegs legte die Gruppe immer mal wieder eine Trink- und Verschnaufpause ein, und zum Abschluss traf man sich im Biergarten des Dornweiler Hofs in Illertissen zur Brotzeit. Dort wurden die Radler aus Illertissen verabschiedet, die anderen machten die insgesamt 66 Kilometer von Illerbeuren bis zur Illerspitze komplett. Andrea Engel-Benz: "Ein einmaliges Naturerlebnis. Da möchte man gar nicht zurück in die Stadt."

Neu ausgeschildert

Strecke Von Oberstdorf nach Ulm sind es 146 Kilometer, 535 Höhenmeter geht's aufwärts, 864 Meter abwärts, die reine Fahrzeit beträgt etwa 11,5 Stunden. Der Illerradweg ist für 135.000 Euro hergerichtet und neu ausgeschildert worden, der Landkreis Neu-Ulm beteiligte sich mit 6000 Euro und übernimmt 3500 Euro der jährlichen Kosten. Aus dem Leader-Programm der EU zur Regionalförderung gab es 81.000 Euro Zuschuss. Weitere Informationen im Netz unter www.illerradweg.de.

 

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