Energie Ideen für Langenaus E-Mobilität gefragt

Langenau / Karin Mitschang 17.05.2018

Mit einer Bürgermeister-Ladesäule ist es nicht getan“, sagte Daniel Salemi im Gemeinderatsausschuss. Damit deutete das Stadt-Oberhaupt an, dass Langenau weitaus mehr vorhat, als vor dem Rathaus eine E-Tankstelle einzurichten. „Wir wollen uns mit E-Mobilität in Gänze beschäftigen und die Möglichkeiten für unsere Stadt ausloten“, sagte der Bürgermeister, der mit dem geplanten Elektromobilitätskonzept auch Vorteile für spätere Zuschüsse für die verschiedensten Projekte in der Naustadt sieht. „Mit so einem Konzept im Rücken sind weitere Förderungen des Bundes möglich.“

Einstimmig beschloss der Ausschuss für Technik und Umwelt am Dienstag, dem einzigen Bieter, der „Initiative Zukunftsmobilität“ aus Trossingen, den Zuschlag für die Planung zu erteilen. Wie Bauamtsleiter Gerd Bühler vortrug, waren vier Büros infrage gekommen, die sich auch alle an der beschränkten Ausschreibung sehr interessiert gezeigt hätten. Ein Angebot von 89 250 Euro haben dann allerdings nur die Trossinger eingereicht. Im Haushalt sind in diesem Jahr 100 000 Euro vorgesehen, der Bund gibt für die tatsächlichen Kosten einen Zuschuss von 80 Prozent. Um den Richtlinien für diesen Zuschuss zu entsprechen, habe die Ausschreibung in Abstimmung mit dem Landratsamt einige Monate gedauert, entschuldigte Bühler.

„Die Zukunft wird uns schneller einholen, als wir denken“, sagte der Bürgermeister. Es werde verschiedene Sharing-Modelle, auch für E-Bikes, geben, und generell einen Mix verschiedener Mobilitätsformen, was auch einen Ausbau der Infrastruktur erforderlich machen werde.

Akzeptanz fördern

Im Bietergespräch habe die „Initiative Zukunftsmobilität“, die seit 2010 besteht, zwei öffentliche Bürger-Workshops für Langenau vorgeschlagen: einen in der ersten Juli-Hälfte und einen im Oktober. Dies solle die Akzeptanz fördern und Ideen aus der Bevölkerung sichtbar machen. Los geht es allerdings mit einem ersten Gespräch mit der Stadtverwaltung und einem ebenfalls mit Mitarbeitern der Stadt geplanten „Kick-Off-Workshop“. In der Sommerpause plane das Büro dann Mobilitätsstationen, einen „Lückenschluss“, es beschäftige sich mit der Lade-Infrastruktur, mit Sharingmodellen, Akzeptanzförderung und „Übertragbarkeit“. Nach einem Präsentationsworkshop und dem zweiten öffentlichen Workshop mit Bürgern wird das Konzept im November im Gemeinderat präsentiert. Veranstaltungen wie Schlusspräsentation und Projektabschluss-Workshop würde die Langenauer Verwaltung gerne in den Januar schieben, „weil im Dezember schon so viel los ist“, wie Salemi meinte.

Gemeinderat Georg Weith kommentierte, dass auch der Netzbetreiber beteiligt werden sollte, da die Ansprüche an die Stromversorgung mit ihm abgestimmt werden müssten. Und Gemeinderat Rainer Hinkelmann mahnte, dass die öffentliche Abendveranstaltung nicht ins Gehege mit der Fußball-WM kommen dürfe. „Den Spielplan habe ich im Kalender“, beruhigte Salemi, der Netzbetreiber und lokale E-Mobilitäts-Akteure mit ins Boot holen will.

Die Trossinger Planer haben übrigens bereits reichlich Erfahrung in der Elektromobilitätskonzeption: Mit nachhaltig gestalteter Mobilität solle die Attraktivität des ländlichen Raums gezielt erhöht und dabei alle wichtigen Akteure eingebunden werden, heißt es auf der Homepage. Im kommunalen Bereich hat das Büro von Christian Klaiber die „Offenburger Mobilitätsstationen“ entwickelt, wobei verschiedene Verkehrsmittel, vom E-Car­sharing-Wagen über Pedelecs, konventionelle Fahrräder bis hin zu Lastenrädern als öffentliches Verleih-System zur Verfügung gestellt wurden. In Bad Säckingen wurden im Rahmen der E-Mobilitätskonzeption unter anderem E-Linienbus, E-Bürgerauto und Tesla-Taxi eingeführt sowie eine Schnellladestation errichtet.

Stadtbus schon vor Sommerpause

Ausschreibung Nach der ersten europaweiten Ausschreibung für den geplanten Stadtbus in Langenau soll in der nächsten Woche die zweite Runde starten. Diese nur noch einmonatige, europaweite Ausschreibung beinhaltet den Zuschuss der Stadt zum Betrieb. Nach Prüfung der Eingaben durch das Landratsamt  werde das Ganze noch im Regierungspräsidium vorgelegt. „Ich hoffe, dass der Stadtbus noch vor der Sommerpause kommt“, sagte Bürgermeister Daniel Salemi auf Anfrage von Rat Georg Henseler. Der Termin hänge auch davon ab, ob das gewünschte Busmodell beim Lieferanten vorrätig sei. kam

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel