Dornstadt / THOMAS STEIBADLER  Uhr
Der Wald ist weg. Etwa zehn Hektar aus dem Besitz der Gemeinde Dornstadt sind für Schnellbahntrasse und Autobahnausbau gerodet worden. Immerhin wird die Kommune für den Verlust entschädigt.

Vor den Straßen-, Trassen- und Tunnelbauern kommen die Männer mit den Motorsägen. Für die Schnellbahntrasse über die Alb und den sechsspurigen Ausbau der A 8 sind allein auf dem Gebiet der Gemeinde Dornstadt etwa zehn Hektar Kommunalwald gerodet worden. Besonders augenfällig sind die Schneisen bei Temmenhausen, wo der knapp 500 Meter lange Tunnel Imberg gebaut wird, und bei Scharenstetten, wo der Wald ziemlich nahe an die Autobahn herangerückt war. Etwa 1200 Festmeter Holz sind dort im vergangenen Jahr eingeschlagen worden, das entspricht mehr als einem Drittel der üblichen Jahresmenge.

Diese Zahlen nannten Thomas Herrmann, im Landratsamt stellvertretender Leiter des Fachdienstes Forst, und Revierförster Klaus Zeller am Donnerstag im Gemeinderatsausschuss für Verwaltung, Finanzen und Soziales. Mehr als 4200 Festmeter Holz aus dem Dornstadter Wald sind den Fachleuten zufolge im vergangenen Jahr verkauft worden. Die Nadelbäume, in erster Linie Fichten, werden vor allem zu Bauholz verarbeitet. Buchen und anderes Laubholz ist als Brennstoff beliebt. Die weit überdurchschnittlichen Fäll-Aktivitäten haben der Gemeinde satte Einnahmen in Höhe von mehr als 310.000 Euro beschert. Diesen standen Ausgaben von knapp 180.000 Euro gegenüber, so dass für die Gemeinde ein hübscher Überschuss von 130.000 Euro blieb.

Eingerechnet sind die Entschädigungen, die Bahn und Bund als Bauträger von ICE-Trasse und Autobahn an Dornstadt bezahlten. Deren Höhe hat ein unabhängiger Gutachter festgelegt. Dabei wird nicht nur der aktuelle Wert des verkauften Holzes berücksichtigt. Unter anderem werde auch der so genannte Erwartungswert junger Bäume einbezogen, erläuterte Zeller gegenüber unserer Zeitung.

Trotz dieser Entschädigungen, sagte Herrmann, bleibe festzustellen: "Der Wald ist weg." Zwar werde für jeden gerodeten Hektar wieder ein Hektar aufgeforstet, doch findet dieser Ausgleich nicht unbedingt auf Dornstadter Gebiet statt. So sind zum Beispiel bei den Blausteiner Teilorten Bermaringen und Wippingen junge Bäume gepflanzt worden, ebenso bei Nellingen.

Die Rodungen für die beiden Verkehrsprojekte sind weitgehend abgeschlossen. Trotzdem sieht der Waldwirtschaftsplan der Gemeinde vor, dass in diesem Jahr 3700 Festmeter Holz geschlagen werden. Das sind 400 Festmeter mehr als der Zehn-Jahres-Betriebsplan vorsieht. Die Einnahmen werden auf 220.000 Euro veranschlagt, "der Holzmarkt bleibt aus heutiger Sicht stabil", sagte Herrmann. Gut für die Gemeinde, die immer noch mehr als 400 Hektar Wald besitzt. Nicht ausschließlich Wirtschaftswald, wie Förster Zeller sagte. In einigen "Refugien, etwa 300 bis 10.000 Quadratmeter groß, bleibe der Wald weitgehend sich selbst überlassen.