Die Deutsche Bahn will die Neubaustrecke Ulm–Wendlingen im Dezember 2022 in Betrieb nehmen. Das bekräftigt Sven Hantel, der Konzernbevollmächtigte für Baden-Württemberg, in einem Schreiben an Heiner Scheffold, den Landrat des Alb-Donau-Kreises. Auch wenn die Arbeiten in der Landeshauptstadt am Projekt Stuttgart 21 voraussichtlich drei Jahre länger dauern, werde die ICE-Trasse über die Alb damit zum frühest möglichen Zeitpunkt einen Nutzen bringen. Der Alb-Bahnhof bei Merklingen spiele dabei eine wichtige Rolle. Zusammen mit dem Verkehrsministerium in Stuttgart entwickle die Bahn gerade ein Fahrplankonzept für die Neubaustrecke ohne Stuttgart 21. Dieses werde von Dezember 2022 an umgesetzt und „insbesondere auch die Anbindung des Bahnhofs Merklingen im Schienenpersonennahverkehr berücksichtigen“.

Strecke eine Einheit

Die Inbetriebnahme des Alb­-Bahnhofs sei aus technischen und rechtlichen Gründen nur gemeinsam mit der Neubaustrecke Ulm–Wendlingen möglich, heißt es in dem Schreiben Hantels weiter. Die Strecke müsse als „komplette Einheit inklusive des Bahnhofs Merklingen betrachtet werden“. Die Leit- und Sicherungstechnik sei auf „diese gesamt­hafte Inbetriebnahme ausgerichtet“. Würde der Abschnitt Ulm–Merk­lingen vor Merk­lingen–Wendlingen in Betrieb gehen, würde sich dieser zweite Abschnitt verzögern. Hantels Fazit: „Die vorzeitige Inbetriebnahme wird daher erst gemeinsam zum Dezember 2022 erfolgen können.“

Das schließt nach übereinstimmender Einschätzung der Deutschen Bahn und des Verkehrsministeriums nicht aus, dass im Dezember 2022 zunächst nur ein Pendelverkehr zwischen Ulm und Merklingen aufgenommen wird. Sollte die Anbindung der Neubaustrecke zur Alt-Trasse bei Plochingen nicht klappen, sollen demnach Züge zwischen Ulm und Alb-Bahnhof pendeln.