Aufheim Hund rettet Hund

Suchhund Enji, an der Leine geführt von Besitzerin Doris Kugler, hat den verletzten Sisou schließlich aufgespürt.
Suchhund Enji, an der Leine geführt von Besitzerin Doris Kugler, hat den verletzten Sisou schließlich aufgespürt. © Foto: Sanja Vogt
Aufheim / AGNES HILGER 01.09.2016
30 Menschen, eine Drohne und zwei Hunde machten sich am Montag in Aufheim auf die Suche nach dem verletzten Sisou.

Es klingt wie das Drehbuch für einen Kinderkinofilm. Gebannt sitzt man vor der Leinwand und sieht den tierischen Helden bei der Arbeit zu, bis zum perfekten Happy End. Sisou wird von einem Auto angefahren. Sisou ist ein Hund. Seine Familie ist im Urlaub. Anstatt ihr Haustier vor dem Urlaub auszusetzen, wie es jedes Jahr so viele Hundebesitzer tun, haben sie das Tier in einer Pflegefamilie gut untergebracht. Aber dann passiert der Unfall. Die Fahrerin hört zwei schwere Schläge. Dann läuft Sisou weg, ist plötzlich verschwunden in der perfekten Tarnung des nahe gelegenen Maisfelds.

Dann beginnt die Suche. Immer mehr Freunde und Bekannte werden zusammentelefoniert, kommen zur Straße, helfen suchen. Schließlich schalten sie die Polizei und den Verein Tasso ein, der bei der Suche nach weggelaufenen Tieren hilft. Irgendwann sind es 30 Menschen, die ein Tier suchen. Stundenlang. Sie fliegen eine Drohne über das Feld, versuchen den verletzten Rüden zwischen den Maisblättern auszumachen und dennoch: Sisou bleibt verschwunden.

Um 17 Uhr klingelt bei der Hundeschule Little Wulf in Ludwigsfeld das Telefon. Die Schule trainiert seit einigen Jahren Menschen und Hunde für spezielle Sucheinsätze. Die sogenannten Man-Trailer nehmen die Fährte vom Boden oder einem Geruchsstück auf. „Das besondere ist, dass sie nicht der direkten Spur am Boden folgen, sondern sich nach Geruchspartikel aus der Luft orientieren“, erklärt Doris Kugler, die auf Nachfrage der Hundeschule mit ihrer Dogge die Sucher unterstützte. Vom Unfallort aus nehmen zwei Suchhunde im Abstand von 20 Minuten die Spur auf. Doris Kuglers Dogge Enji findet den vermissten Artgenossen schließlich völlig verängstigt tief im Maisfeld. „Meine Hündin arbeitete sehr konzentriert und ließ sich auch nicht von den vielen Leuten oder anderen Hunden ablenken“, sagt die Besitzerin.

Die Tierärzte in der Klinik, in die Sisou schließlich gebracht wird, stellen schließlich fest, dass seine Verletzungen nicht sehr schwer sind.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel