Höhlen Hohle Fels: Besucher hinterlassen Müll

In der Vetterhöhle bei Blaubeuren wird eine Messstation mit neuen Akkus ausgestattet.
In der Vetterhöhle bei Blaubeuren wird eine Messstation mit neuen Akkus ausgestattet. © Foto: Holger Döhmann/Höhlenverein Blaubeuren
Laichingen / Eva Menner 29.01.2018
Die Versammlung des Landesverbands für Höhlen- und Karstforschung in Laichingen thematisiert den Aushub von S21.

Der Unesco-Welterbe-Titel für die Höhlen im Lone- und im Achtal ist für die Mitglieder der Museumsgesellschaft Schelklingen spürbar. Davon berichtete auf der Delegiertenversammlung des Landesverbands für Höhlen- und Karstforschung Baden-Württemberg (LKH) im Laichinger Höhlenhaus am Samstag etwa Winfried Hanold aus Schelklingen. „Wir brauchten plötzlich viel mehr Leute für den Kassendienst, unser Verein hat 60 neue Mitglieder, und in drei Monaten hatten wir 6000 Besucher“, sagte er mit Blick auf den Hohle Fels. Aber auch Negatives habe es gegeben: „Es kamen auch Leute, die nicht wissen, wie man sich in einer Höhle benimmt, die Abfall da lassen, überall herumklettern und sogar die Höhle als Toilette benutzen.“

Hans Martin Luz, Geschäftsführer der LKH, zuständig für Schauhöhlen und Kontakte zu Denkmalpflege, Biosphärengebiet und Geopark, sprach über seine Aktivitäten. Auf der Hauptversammlung des Landesnaturschutzverbandes habe er etwa moniert, dass der Aushub, der beim Bauprojekt Stuttgart 21 anfällt, in Steinbrüchen abgeladen wird. Damit werden laut Luz Geotope, Biotope und mögliche paläologische und archäologische Fundstätten verfüllt. Geerntet habe er nur Schulterzucken. Auch die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen beim Geopark Schwäbische Alb sei nicht zufriedenstellend. Er hofft auf Besserung, nachdem sich dort ein Personalwechsel ergeben hat.

Petra Boldt, LKH-Vorsitzende, informierte über ihre Aktivitäten. Unter anderem hat sie den Tag der Artenvielfalt organisiert und bei Treffen mit Behörden den LKH vertreten, mit Infoständen zum Beispiel beim Aktionstag des Biosphärengebietes in Hütten oder dem Erlebniswandertag die Arbeit der Höhlenforscher bekannt gemacht.

Drei Anträge auf finanzielle Unterstützung wurden gestellt, die alle genehmigt wurden. Die Höhlenrettung bekommt eine neue Trage, der Höhlenverein Blaubeuren Unterstützung für das „Juhöfola“, ein internationales Ausbildungslager für Jugendliche in Seißen. Und der Verein bekommt Geld für die Telemetrie in der Vetterhöhle. Dort werden Daten erfasst und auf der Homepage des Vereins zugänglich gemacht. Zuletzt konnten damit die Hochwasser dokumentiert werden. Weil die Messstationen mit Akkus betrieben werden, müssen Touren zum Aufladen unternommen werden. Nun sollen Hochleistungskondensatoren, die sich selbst aufladen, gekauft werden.

Delegierte wählen Vorstand

Personalien Wiedergewählt wurden Petra Boldt als Vorsitzende, Hans Martin Luz als Geschäftsführer und Hermann Sauter als Kassier. Stellvertretende Geschäftsführerin ist nun Yvonne Bleher, die Position war vakant. Als stellvertretender Kassier wollte sich Gunter Pantel zur Verfügung stellen. Gemäß Satzung ist er nicht wählbar, da er kein Mitglied mehr in einem Verein des LKH ist. Für ihn sprang spontan Sybille Scheuerle ein. Der Posten Referenten für Jugendarbeit ist nach wie vor vakant.

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