Kreis Neu-Ulm / MICHAEL JANJANIN Die drei Krankenhäuser der Kreisspitalstiftung im Landkreis Neu-Ulm kommen gut durch die Bauphase. Das hat die Klinikleitung gestern berichtet.

Die Leistung auf hohem Niveau gesteigert: Dies war die Grundaussage des Stiftungsdirektors und Klinikchefs im Landkreis Neu-Ulm, Michael Gaßner, gestern im Krankenhausausschuss des Kreistags. Trotz der Bautätigkeiten an der Donautalklinik gelte dies im ersten Halbjahr 2013 besonders in Neu-Ulm. Der Ausbau der Klinik schreite gut voran, "wir sind im Zeitplan", sagte Gaßner. Diese wird in einem vierten Bauabschnitt für mehr als 20 Millionen Euro weiter ausgebaut und modernisiert.

Auch bei der Zahl der Geburten gebe es im Vergleich zum vergangenen Jahr eine Steigerung. "Im Grunde haben wir eine Vollauslastung der Bettenkapazitäten", sagte Gaßner. Trotz der Umbauarbeiten im Altbau und der damit einhergehenden Reduzierung der Betten habe auch die Stiftungsklinik Weißenhorn ihren hohen Stand an Fallzahlen leicht steigern können.

"Dies spricht für den hohen Zuspruch, den die Kliniken bei der Bevölkerung finden", ergänzte Gaßner. Die Steigerung der Zahlen gelte nun auch für die geriatrischen Einrichtungen der Illertalklinik in Illertissen. Mit 339 Fällen im ersten Halbjahr und einem Plus von 30 Prozent gegenüber 2012 sei das Niveau der Jahre vor dem Rückgang der Belegzahlen wieder erreicht.

Der CSU-Kreisrat Axel Janischowski bat jedoch darum, das Thema Geriatrie in Illertissen zum Jahresende auf die Tagesordnung zu setzen. Er sehe da Gesprächsbedarf. "Wir sind auf einem guten Weg", sagte er. "Doch muss man schon sagen, dass wir uns bei der Geriatrie von ganz schlecht auf eher mittelschlecht gesteigert haben." Auch vor dem Hintergrund des bundesweiten Finanzierungsproblems bei dieser Dienstleistung sollte darüber im Ausschuss diskutiert werden.

Janischowski pflichtete Gaßner bei, dass die Zusammenlegung der Notdienst-Bereiche der kassenärztlichen Vereinigung auch Probleme für die Kliniken aufwerfen könnte. Gaßner hatte von den Veränderungen berichtet. "Die Wege für die Patienten werden länger", sagte er. Deshalb werde der Druck auf die Notaufnahme der Kliniken steigen - bei unzureichender Vergütung für die Leistung, "die wir selbstverständlich erbringen werden".

Janischowski verwies auf den Versuch in Baden-Württemberg, die Veränderungen mit Notfallpraxen an Krankenhäusern aufzufangen. Nicht bedacht werde zudem, dass zusätzlich zu dem langen Weg zum Arzt, der Bereitschaftsdienst hat, "die Menschen auch noch den doppelten Weg zur Apotheke haben, die gerade Notdienst hat".

Den Weg in die Ambulanz zu finden, bereite in der Illertalklinik aus ganz anderem Grund Probleme, bemängelte Josef Kränzle (Freie Wähler). Man müsse in der Öffentlichkeit kundtun, dass Illertissen wieder eine Notfallambulanz hat - "dann müssen die Menschen diese auch finden können". Dieses funktioniere auch bei Ortsunkundigen, wenn sie an der rückwärtigen Seite des Gebäudes den Weg zur Ambulanz suchen. Doch am vorderen Eingang herrsche eher Verwirrung. "Bei dem Schilderwald kennt sich in der Aufregung niemand aus", pflichtete Landrat Erich Josef Geßner bei. Auch wenn klar sei, dass man sich behelfen müsse, solange der Umbau der Klinik noch nicht abgeschlossen ist. Dr. Andreas Keller, Direktor der Illertalklinik, informierte, dass es hierzu schon Beschwerden gab und man reagiert habe. 15 zusätzliche Schilder seien worden. Favorisiert werde ein Leitsystem auf dem Boden.