Ingstetten / BERNHARD RAIDT  Uhr
Ein anständiges Miteinander, eine berufliche Heimat für die Mitarbeiter und nachhaltige Produkte - die Ingstetter Firma Lorenz arbeitet besonders verantwortungsvoll. Jetzt ist die Firma ausgezeichnet worden.

Angst um den Arbeitsplatz und ein mieses Betriebsklima - diese Faktoren prägen für nicht wenige Arbeitnehmer den täglichen Broterwerb. Schön, dass es auch Gegenbeispiele gibt. Die Firma Lorenz aus Ingstetten ist am Freitag als besonders verantwortungsvolles Unternehmen ausgezeichnet worden. Der ehemalige Tagesthemen-Sprecher Ulrich Wickert hat der Firma die Urkunde "Ethics in Business" bei einer Benefizgala im Jüdischen Museum in Berlin überreicht.

Zuvor ist die Arbeit des Wasseruhren-Herstellers mit rund 100 Mitarbeitern von Prof. Dr. Thomas Beschorner vom Institut für Wirtschaftsethik der Uni St. Gallen bewertet worden. Beschorner untersuchte etwa Unternehmensführung, Umweltschutz, Produktverantwortung und Engagement für die Gesellschaft. Das Ergebnis überzeugte - Lorenz ist jetzt eine von 27 Firmen, die Vorreiter in Sachen Unternehmensverantwortung sein sollen. Lorenz-Geschäftsführer Wilhelm Mauß schildert, auf was seiner Firma ankommt. "Mitarbeiter, die Geschäftspartner und das Umfeld haben einen Anspruch auf gute Führung und Konzepte, die der Prüfung durch den gesunden Menschenverstand standhalten müssen", schreibt Mauß. So viel wie möglich soll selbst und am Standort in Deutschland produziert werden. "Wir haben uns schon vor Jahren entgegen dem Trend entschieden, keine Betriebsteile zu verlagern", schreibt Mauß. Ein weiteres Ziel: "Mitarbeiter sollen in unserem Unternehmen ihre berufliche Heimat finden und sich richtig wohlfühlen", sagt der Geschäftsführer. Gute Ideen würden gefördert, ein anständiges Miteinander gepflegt. Aufgaben, Verantwortung und Entscheidungsbefugnisse würden verbunden und mit einer leistungsorientierten Prämie belohnt. "Das sichert uns selbstständig handelnde Führungskräfte und mitdenkende Mitarbeiter", sagt Mauß. Menschliche Wärme und Effizienz müssten sich bei der Führung eines Unternehmens ergänzen. Es sei im Übrigen besser, Prinzipien täglich vorzuleben, statt sie vorzuschreiben.

Sinnvolle Entscheidungen müssten gegen Widerstände verteidigt werden. "Wir versuchen gerade entgegen dem Trend der Branche an unserem bewährten Hauptmaterial Messing festzuhalten und nicht aus Kostengründen auf Kunststoff auszuweichen", schreibt Mauß. "In diesem Zuge nehmen wir gebrauchte Wasserzähler zurück." Durch die Aufbereitung der Zähler könnten Arbeitsplätze geschaffen, viel Energie eingespart und Ressourcen geschont werden. Seit zwei Jahren heizt die Firma außerdem mit Holz aus Wäldern der Region. Auch die Auswahl der Lieferanten erfolgt nach strengen Richtlinien. Die geringe Entfernung vom Standort ist etwa ein Kriterium. Wenn aber eine Partnerschaft etabliert sei, gehe man auch zusammen durch ein Tief, sagt Mauß.

Info www.ethics-in-business.com