Heroldstatt Höhle gesperrt

JOACHIM STRIEBEL 26.04.2016
Bei der Tagung "Speläo Südwest" wurde am Samstag das Konzept der Sontheimer Höhle gelobt, gestern wurde die vorübergehende Sperrung bekannt.

Die Sontheimer Höhle ist die älteste Schauhöhle Deutschlands, der erste Plan stammt von 1753. Im vergangenen Jahr wurden 5522 Besucher gezählt, wie Bürgermeister Ulrich Oberdorfer am Samstag in seinem Grußwort zur Eröffnung der südwestdeutschen Höhlenforschertagung "Speläo Südwest" in der Heroldstatter Berghalle sagte. Von der vorübergehenden oder längerfristigen Sperrung der Höhle war da noch keine Rede. Gestern hat der Betreiber der Schauhöhle, der Höhlenverein Sontheim, auf seiner Homepage darauf hingewiesen, dass die Höhle bis auf Weiteres aus Sicherheitsgründen für den Besucherverkehr gesperrt werden muss. Der Verein reagierte damit auf Bedenken des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau, das bei einem Besuch vor Ort loses Gestein an der Decke des Eingangsbereichs entdeckt hat.

Die Verantwortlichen wollten sich gestern Abend zu einer Krisensitzung im Höhlen-Rasthaus treffen, um Sanierungsmöglichkeiten auszuloten und über das traditionsreiche Höhlenfest an Pfingstsonntag zu sprechen. Näheres könne erst nach der Sitzung bekannt gegeben werden, sagte am Nachmittag der stellvertretende Vorsitzende Gunter Pantel. Abzuwarten sei auch noch das schriftliche Protokoll der Freiburger Behörde. Bürgermeister Ulrich Oberdorfer wusste gestern von der Sperrung, konnte aber keine Details nennen.

Die vorübergehende Schließung der Sontheimer Höhle mit ihrem 192 Meter langen Führungsweg fällt in eine Zeit, da Höhlen immer mehr zum Zugpferd werden für den Geopark Schwäbische Alb, wie Petra Boldt, die Vorsitzende des baden-württembergischen Landesverbands für Höhlen- und Karstforschung, bei der Tagung in Heroldstatt sagte. Auch für das Biosphärengebiet Schwäbische Alb spielten die Schauhöhlen eine wichtige Rolle. Erstmals sei es jetzt gelungen, alle Betreiber von Schauhöhlen auf der Schwäbischen Alb an einen Tisch zu holen. Ziele seien übergreifende Aktionen und eine gemeinsame Werbung, sagte Petra Boldt.

Ulrich Oberdorfer hatte in seiner Ansprache herausgestellt, dass touristische Nutzung und Artenschutz keine Gegensätze darstellten. Obwohl schon so lange als Schauhöhle ausgebaut, sei die Sontheimer Höhle das größte natürliche Fledermausquartier auf der Schwäbischen Alb und deswegen nur von Mai bis Oktober für die Öffentlichkeit zugänglich.