Schutz Hochwasserschutz teurer als geplant

Dietenheim / Beate Reuter-Manz 23.08.2018

Ganz am Anfang waren es einmal 230 000 Euro. Dann, nach einer nötig gewordenen Ausweitung des Retentionsraums, stiegen die Kosten auf rund 600 000 Euro. Doch auch das ist passé: Etwa 850 000 Euro sollen die Stadt Dietenheim und der Abwasserzweckverband „Mittleres Illertal“ jetzt für den Hochwasserschutz bezahlen. Genauer gesagt für den Bau eines Regen-Überlaufbeckens beim Reiterhof Rembold in der Nähe des Autobahnzubringers zur A 7 und für den Bau eines Drosselbauwerks mit Schutztafel, das im Falle eines Falles die Durchlaufmenge durch den Gießenbach drosselt. Auf diese Kosten kam der einzige Anbieter, der sich auf die Ausschreibung hin meldete.

Zehn Interessierte hatten nach der Veröffentlichung im Baden-Württembergischen und im Bayerischen Staatsanzeiger die Unterlagen abgeholt. Doch nur der Eine hatte ein Angebot abgegeben. „Das sind 40 Prozent mehr, als intern bepreist war. Nicht machbar“, kommentierte Bürgermeister Christopher Eh am Montag in der Sommer-Sitzung des Gemeinderats die drastische Abweichung vom Plan.

Nicht mehr unüblich

Weil bei der ganzen Geschichte zudem auch der Abwasserzweckverband als Kostenträger seine Zustimmung geben muss, folgte der Gemeinderat dem Vorschlag der Verwaltung und hob die Ausschreibung auf. Die Stadt soll nun nach  neuen, kostengünstigeren Lösungsmöglichkeiten suchen.  Vergaben aufzuheben, das  sei in einer „derzeit vollkommen überhitzten Baukonjunktur“ mittlerweile „nichts Unübliches“ mehr, teilte Eh auf Anfrage mit. Man werde versuchen, die Baumaßnahmen für den Hochwasserschutz in mehrere Abschnitte zu unterteilen, erläuterte Bauamtsleiter Christoph Koßbiehl das weitere Prozedere. Das Ingenieurbüro BCE, Björnsen Beratende Ingenieure aus Augsburg, das sich seit einem Jahrzehnt mit den Hochwassergefahren an Iller und Gießen befasst,  hat nun den Auftrag, andere Alternativen aufzuzeigen. Das Wehr während des turnusgemäßen Bachabschlags schon im kommenden Oktober in das Bachbett einzubauen, sei terminlich nicht einzuhalten, kündigte Koßbiehl an.

Die Verwaltung drängt auch deshalb auf eine schnelle Umsetzung, weil ohne Hochwasserschutz das neue Baugebiet „Südliche Ortslage 2“ nicht baureif gemacht werden kann. Dort kann es gemäß Hochwassergefahrenkarte bei einem 100-jährigen Hochwasser ebenfalls Überschwemmungsflächen geben. „Die Erschließung werden wir dann eben parallel zum Hochwasserschutz umsetzen“, sagte der Bürgermeister.

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