Dornstadt Helferkreis in Dornstadt unterstützt Asylbewerber

Brigitte Doster vom Dornstadter Helferkreis Asyl sortiert Kleidungsstücke. Zur Ausstattung des Shops neben der Sammelunterkunft haben viele Spender und Ulmer Berufsschüler beigetragen.
Brigitte Doster vom Dornstadter Helferkreis Asyl sortiert Kleidungsstücke. Zur Ausstattung des Shops neben der Sammelunterkunft haben viele Spender und Ulmer Berufsschüler beigetragen. © Foto: Thomas Steibadler
THOMAS STEIBADLER 31.10.2014
Helfen, aber richtig. Ideen zur Unterstützung der neuen Mitbürger hatte der Helferkreis Asyl in Dornstadt von Anfang an. Zu Enthusiasmus und Hilfsbereitschaft ist noch eine Strategie hinzugekommen.

Der Anfang hätte frustrierend sein können. Im Mai kamen die ersten Asylbewerber in der neuen Sammelunterkunft des Alb-Donau-Kreises in Dornstadt an, und schon wenig später sorgten vier junge Männer aus Algerien für Ärger. Sowohl innerhalb des Wohnheims auf dem Gelände des Betreuungs- und Pflegezentrums, als auch im Ort war die Polizei mehrmals wegen der Störenfriede im Einsatz. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich bereits einige Dornstadter Bürger gemeldet, um im neuen Arbeitskreis Asyl mitzuhelfen. Einige der Freiwilligen, sagt Brigitte Doster, hätten schon kritische Fragen gestellt. "Aber keiner war entmutigt."

Inzwischen sind die Algerier nicht mehr in Dornstadt, und der Arbeitskreis ist aktiver denn je. 15 bis 20 Bürger machen mit, immer wieder bieten sich neue Freiwillige an. "Da tut sich jede Woche was", sagt Brigitte Doster.

Die pensionierte Schulleiterin und frühere Gemeinderätin gehört zu den "bürgerschaftlich engagierten Menschen", wie es Hauptamtleiter Jörg Hunke formuliert, im Helferkreis. Zu dessen ersten Treffen hatte die Gemeinde den evangelischen Diakon Dietmar Oppermann vom Diakonieverband Alb-Donau eingeladen. Zusammen mit Sozialarbeiter André Helmlinger habe Oppermann maßgeblich dazu beigetragen, die Energie und die Hilfsbereitschaft in Bahnen zu lenken, erläutert Brigitte Doster. In einer Strategietagung seien zehn Tätigkeitsfelder entwickelt worden, von denen der Helferkreis bislang die Hälfte beackert. Um jedes Feld kümmert sich eine Gruppe, die wiederum einen Vertreter in die Steuerungsgruppe entsendet. Dieser gehören außer Brigitte Doster, Hauptamtsleiter Hunke und Sozialarbeiter Helmlinger der evangelische Pfarrer Burkhard Rink, der katholische Diakon Josef Soppa und Frank Köhler, der Leiter des Betreuungszentrums der Heimstiftung, an. Aufgabe der Steuerungsgruppe ist es, den Überblick über die Aktivitäten des Helferkreises zu bewahren.

Dazu gehört zum Beispiel der "Shop". Der befindet sich gleich gegenüber des Unterkunftsgebäudes und hat einmal pro Woche geöffnet. In den Räumen, von der Heimstiftung kostenlos zur Verfügung gestellt, stapeln sich Bekleidung, Schuhe, Bettwäsche und Spielsachen. Laut Brigitte Doster alles gespendet von Bürgern aus Dornstadt und aus Beimerstetten.

Während der Sommerferien hatte der Helferkreis gezielt bei Eltern künftiger Fünftklässler nach gebrauchten Schulranzen gefragt. Denn viele der Kinder wollten den Ranzen aus Grundschulzeiten nicht mit in die weiterführende Schule nehmen. "Der ist nicht mehr cool", weiß Brigitte Doster. Dank der Spenden ist es dem Helferkreis gelungen, alle schulpflichtigen Kinder unter den inzwischen 115 Asylbewerbern mit Ranzen und weiteren Schulsachen auszustatten.

"Braucht ihr auch Kleidung?" Diese Frage gab dann den Anstoß zur erweiterten Sammlung. 60 bis 70 große Plastiksäcke mit Kleidungsstücken haben Brigitte Doster und ihre vier Mitstreiterinnen im Shop inzwischen sortiert. "Lauter gute Sachen", kaum etwas musste weggeworfen werden. Präsentiert wird die Ware in wandhohen Regalen, die bereits zur Einrichtung des früheren Pflegeheim-Kiosks gehörten. Verschenkt werden die T-Shirts, Jacken, Hosen und Schuhe nicht. Von 50 Cent bis 3 Euro reicht die Spanne der kleinen Preise.

Die fünf großen Kleiderständer hat die Robert-Bosch-Schule in Ulm zum Shop beigesteuert. Unter Anleitung von Fachlehrer Patrick Kober hatten die 14 Schüler der einjährigen Berufsfachschule Metall, darunter eine junge Frau, geschweißt, gebohrt und gebogen. Mit Rollen versehen, sind die stabilen Rohre nun beinahe kaufhaustauglich. "Super gemacht", lobt Brigitte Doster.

Auf solche Hilfsbereitschaft stoße sie immer wieder - ob bei örtlichen Kindergärten, die zum Beispiel Legosteine fürs Kleinkinder-Spielzimmer zur Verfügung stellten, beim Bauhof der Gemeinde, der unter anderem Transportfahrten übernimmt, oder beim Fahrradgeschäft, das Flickzeug und anderes Zubehör gespendet hat. "Mir ist es noch nie passiert, dass jemand Hilfe abgelehnt hat", sagt Brigitte Doster: "Man muss halt fragen."