Noch ist es im Schulhaus in der Langen Straße den für Alb typischen Kittel kälter. Im Leerstand wird das Gebäude nicht geheizt. Trotzdem haben sich die fünf Lehrerinnen und Lehrer, die in Altheim eine freie Realschule gründen, dort schon eine kleines Headquarter eingerichtet. Bettina Ehringer, Anja Österreicher, Markus Maier und Wulf Saur sind wie so oft in den vergangenen Wochen an ihren künftigen Wirkungsort gekommen.

Diesmal sind sie da, um sich mit einem Unternehmer zu treffen, der künftig vielleicht einen Schulbus für die freie Schule betreiben könnte. Der ÖPNV rund um Altheim/Alb hat Lücken, die geschlossen werden sollen, um die künftige, von einem Schulverein getragene Realschule gut erreichbar zu machen. Die Ferien in der nächsten Woche wollen die Lehrer nutzen, um im alten Schulhaus zu misten.

"Uns geht in nächster Zeit die Arbeit nicht aus", sagt Markus Maier. Man gründet ja nicht alle Tage ein Schule. Doch die Impulsgeber der freien Realschule, die sich als Lehrer an der Bibrisschule in Herbrechtingen kennenlernten, sind mit heißem Herz bei der Sache. "Unser Ziel ist es, die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler besser unterstützen zu können", erklärt Anja Österreicher. Das, glauben die Lehrer, kann man in kleinen Einheiten besser als an großen Schulzentren. Pünktlichkeit und Höflichkeit wollen die Lehrer in Altheim künftig vermitteln. "Wir freuen uns darauf, unsere Ideen umzusetzen", sagt Bettina Ehringer.

Eine der wesentlichsten ist dabei das Powersport-Konzept. In der freien Realschule soll jeder Tag mit Sport beginnen. Danach sollen im Stundenplan nach Möglichkeit die Hauptfächer platziert werden. "Sport wirkt sich positiv auf das Gehirn und die Lernleistungen aus", erklärt Österreicher. Das hätten Studien in den USA und Praxiserfahrungen in Herbrechtingen gezeigt.

Das Hauptziel hinter dem Konzept: Die Schüler der freien Schule soll sie "ausbildungsreif" verlassen. Dafür wollen die Lehrer auch eng mit den örtlichen Unternehmen zusammenarbeiten. Anders als in anderen Bildungspartnerschaften soll diese Kooperation aber "keine Einbahnstraße" sein, erklärt Wulf Saur. Es gehe nicht nur darum, die Schüler in Praktika zu vermitteln. "Wir wollen unsere Schüler auch nach der Schulzeit weiter begleiten, wenn es in der Ausbildung Probleme gibt." Ehemalige Schüler könnten zur Förderung dann stundenweise in die Schule zurückkehren. Ermöglicht wird diese unter anderem dadurch, dass in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch in der freien Schule mit zwei Lehrern unterrichtet werden soll.

"Das Konzept ist Spitze", lobt der Altheimer Bürgermeister Andreas Koptisch, der zum Gespräch dazugekommen ist. Er sieht das Schulprojekt pädagogisch "in den besten Händen" und will sich bis zum Start im September auf die klassischen Aufgaben der Kommune konzentrieren. Die Gemeinde saniert die derzeit ungenutzte Schule für rund 750 000 Euro. Das Geld für den Betrieb muss der Schulverein selbst aufbringen. Maier: "Sponsoren sind herzlich willkommen."

Auftritt im Internet

Kontakt Die künftige Altheimer Schule hat inzwischen eine Internetseite. Unter www.freie-realschule-altheim.de gibt es Infos und Kontaktdaten.

Elterninformation Der Trägerverein und die Lehrer wollen an zwei Terminen über ihr Schulprojekt informieren. So können Interessierte die Lehrer am Samstag, 20. Februar, zwischen 8 und 12 Uhr an einem Stand auf dem Altheimer Wochenmarkt antreffen. Für Montag, 29. Februar, ist ein Infoabend an der Altheimer Schule (Lange Straße 18). Beginn ist um 17 Uhr.

SWP