Illerrieden Heimspiel beim Benefizkonzert zugunsten der neuen Orgel

Das Spiel von Andrea Möck am Fagott und Tobias Schmid an der Orgel kam bei den Zuhörern an.
Das Spiel von Andrea Möck am Fagott und Tobias Schmid an der Orgel kam bei den Zuhörern an. © Foto: Werner Gallbronner
Illerrieden / WERNER GALLBRONNER 30.10.2014
Benefizkonzert in der Heilig-Kreuz-Kirche: Trotz der Kälte im Gotteshaus zeigten Andrea Möck (Fagott) und Tobias Schmid (Orgel) ihr Können.

Kurzfristig in Illeriedens Heilig-Kreuz-Kirche hatte am Sonntag Abend das Benefizkonzert zugunsten der neuen Orgel in St. Agatha verlegt werden müssen. "Bei der neuen Orgel hat was gepfiffen", erläuterte Ludwig Weigel vom Orgelförderkreis den etwa 100 Zuhörern. Weigel hatte das "Corpus delicti" auch gleich mitgebracht: Ein kleines Stück Holz, mit Lammleder beklebt, das nicht richtig gegerbt war und deshalb eine Pfeife nicht vollkommen abdichtete.

Ersatz für die Reparatur bekamen die Orgelbauer nicht kurzfristig, aber absagen wollten die beiden Musiker Andrea Möck und Tobias Schmid ihr Konzert auch nicht. Statt der neuen Orgel in St. Agatha spielten Möck und Schmid eben in der Heilig-Kreuz-Kirche. Was laut Organist Lothar Damm, ebenfalls unter den Zuhörern, von der Qualität her sicher kein Nachteil war.

Die beiden gebürtigen Illerriedener zeigten bei ihrem Heimspiel, wie gut sie ihre Instrumente Fagott und Kirchenorgel beherrschen. Trotz der klammen Finger wegen der Kälte im Gotteshaus gelangen die Triller in den Werken großer Komponisten, vorwiegend aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Das Concerto d-Moll op.1 von Alessandro Marcello, eigentlich für Oboe und Orgel geschrieben, zog auch in der Version für Fagott und Orgel die Zuhörer von Beginn an in ihren Bann. Danach hatte Andrea Möck Pause, Tobias Schmid spielte aus Georg Muffats "Apparatus musico-organisticus" die Passacaglia und Toccata Oktava. Mit der typischen spielerischen Leichtigkeit von Wolfgang Amadeus Mozart kam dann - wieder gemeinsam - dessen Fagottkonzert B-Dur "Andante ma Adagio" daher. Das Choralvorspiel "An Wasserflüssen Babylons" von Johann Sebastian Bach entführte die Zuhörer in Kirchenmusik vom Feinsten. Bei Georg Friedrich Händels Sonate F-Dur op. 1 Nr.11, heute meist auf der Blockflöte gespielt, kamen Larghetto, tänzerische Allegri und eine schöne Siciliana mit den tiefen Tönen des Fagotts einmal anders zum Ausdruck.

Fast alle Register an seinem Instrument zog Schmid bei dem sehr lebhaften "Allegro vivace" aus dem Ochsenhausener Orgelbuch, ehe wieder gemeinsam das Konzert mit dem sehr langsamen Ave Maria von Franz Schubert ausklang. Die Zuhörer waren sehr zufrieden und bekamen für ihren Beifall auch eine Zugabe.

Die gibt es zusätzlich für alle, die am Sonntag eigentlich die neue Orgel hatten hören wollen. Am ersten Advent am 30. November ist in St. Agatha eine adventliche Stunde geplant mit Lothar Damm an der Orgel, einer Bild-Meditation von Pfarrer Gerhard Bundschuh und allen Besuchern als singende Gemeinde.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel