Fest Heimat bleiben und werden

Eine ungarische Volkstanzgruppe sorgte beim Heimatfest in Weidenstetten mit ihren Tänzen für Abwechslung auf dem Dorfplatz.
Eine ungarische Volkstanzgruppe sorgte beim Heimatfest in Weidenstetten mit ihren Tänzen für Abwechslung auf dem Dorfplatz. © Foto: Klaus Müller
Weidenstetten / Klaus Müller 26.06.2018
Viele Gäste aus dem Dorf und teils von weit her kamen zum Weidenstetter Heimatfest, das zum zweiten Mal stattfand.

Frei nach dem Motto „sich gemütlich treffen, reden und gemeinsam fröhlich sein“ wird das traditionelle jährliche Weidenstetter Dorffest alle fünf Jahre zu einem großen Heimatfest umfunktioniert. „Eine Besonderheit des Heimatfestes ist, dass wir nicht nur Gäste aus Weidenstetten und den benachbarten Gemeinden erwarten“, sagt Bürgermeister Georg Engler. „Auch in diesem Jahr haben wir wieder über 600 persönliche Einladungen – weit über die Grenzen des Alb-Donau-Kreises hinaus – an ehemalige Weiden­stetter Bürger verschickt.“

Das zweitägige Heimatfest startete am Samstagabend mit einem gemütlichen Hock auf dem Dorfplatz und zahlreichen herzlichen Begegnungen. „Ich lebe seit 40 Jahren in Stuttgart, nutze aber jede Gelegenheit für einen Besuch in Weidenstetten“, sagte Dagmar Mann. „Ich bin hier geboren und meine Mutter Lore Leibing wohnt noch hier.“ Das jährliche Dorffest stehe fest auf ihrem Programm, und natürlich habe sie die Einladung zum Heimatfest gern angenommen.

Nach ihrer Übersiedlung 1955 aus der ehemaligen DDR fand die Familie von Horst Völkert in Weidenstetten eine neue Heimat. Horst Völkert ging hier zur Schule und erinnert sich noch daran, wie damals die heute mächtigen Bäume auf dem Dorfplatz gepflanzt wurden. „Ich wohne seit rund 50 Jahren in Leonberg, kehre aber ganz gern ab und zu in meine Albgemeinde zurück“, erzählte er. „Mein Bruder Lothar wohnt mit seiner Frau in unserem Elternhaus.“

Auf dem Dorfplatz sorgte die örtliche ungarische „Szilaj-Volkstanzgruppe“ in bunten Trachten mit schmissigen Tänzen für Abwechslung, und im Festzelt unterhielten die „Original Schwabenkrainer“.

Die offizielle Begrüßung zum Heimatfest machten Bürgermeister Georg Engler und Pfarrer Erich Schäfer am Sonntag in der Kirche nach dem Gottesdienst im Zwiegespräch. Die Zuhörer erfuhren dabei etwa, dass von den derzeit rund 1400 Einwohner nur 524 in Weidenstetten auf die Welt gekommen sind und die letzte Geburt im Dorf im Jahr 1997 war. Beide bekräftigten in ihrer Begrüßung: „Wir wollen Heimat für Weggezogene bleiben und für Zugezogene werden.“

Das weitere Programm startete mit einem „Tag der offenen Tür“ in der Peter-und-Paul-Kirche. Während der Nachwuchs  mit dem Feuerwehrauto Runden durch die Gemeinde drehte, konnten sich die Erwachsenen im Rathaus über die Weidenstetter Ortsgeschichte informieren. Im Mittelpunkt standen dabei die Wanderausstellung „Lonetalgeschichten“ und der Vortag von Bürgermeister Georg Engler über die Entwicklung der Gemeinde in den letzten 40 Jahren.

Die Jugendkapelle des Musikvereins Gerstetten und die Stammtischmusikanten aus Weidenstetten spielten zünftig zur Unterhaltung auf, und in der Kirche musizierte der Posaunenchor Weidenstetten.

Schließlich ehrte Bürgermeister Georg Engler noch die ältesten Besucher des Heimatfestes, Arnold Lange, Lore Leibing sowie Maria und Fridolin Abele. Auch die drei noch anwesenden Gäste, die am weitesten angereist waren, wurden geehrt: Maximilian Fetzer, Johann Reeder sowie Rosemarie Bucher. Beendet wurde das zweite Heimatfest in Weidenstetten mit dem Auftritt des „Chörle“ vom Liederkranz mit schwäbischem Liedgut.

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