Kommunales Hauptkreuzung soll sicherer werden

Die jetzige Rechtsabbiegespur an der Illerrieder Hauptkreuzung soll künftig auch der Verkehr, der geradeaus fährt, benutzen. Daneben entsteht eine reine Linksabbiegespur.
Die jetzige Rechtsabbiegespur an der Illerrieder Hauptkreuzung soll künftig auch der Verkehr, der geradeaus fährt, benutzen. Daneben entsteht eine reine Linksabbiegespur. © Foto: Michael Seefelder
Von Michael Seefelder 27.07.2018

Weil auf der Landstraße 260 an der Hauptkreuzung in Illerrieden Linksabbiegespuren fehlen, kommt es dort öfter zu brenzligen Situationen. Autofahrer, die die Kreuzung geradeaus von Oberkirchberg oder Wangen kommend passieren, schwenken nach rechts aus, weil sie nicht warten wollen, bis der Linksabbiege-Verkehr abgeflossen ist. Wie Bürgermeister Jens Kaiser in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates berichtete, nimmt das Land Baden-Württemberg nun Geld in die Hand, um an der Kreuzung die technisch veraltete Ampelanlage zu erneuern.So soll der Bereich für den Verkehr sicherer werden. Zumindest von Richtung Oberkirchberg kommend soll eine reine Linksabbiegespur eingerichtet werden. Die Kosten für die neue Ampel und die Ertüchtigung der Kreuzung belaufen sich auf 40 000 bis 50 000 Euro. Ausgeführt werden könnten sie Arbeiten wohl im Frühjahr 2019.

Interesse an Kreisel

Der Gemeinderat einigte sich darauf, dem Land zu signalisieren, dass Interesse an einem Kreisverkehr in der Hauptkreuzung besteht. Weil das Land den Standpunkt vertritt, dass die Kreuzung mit neuer Ampel und Abbiegespur sicher genug ist, müsste Illerrieden diesen selbst bezahlen. Jedoch könnte die Gemeinde zumindest das eigentlich für die Ertüchtigung der Ampel vorgesehene Geld vom Land für den Kreisverkehr verwenden. Nun soll ein Vorentwurf Klarheit über die genauen Bedingungen und Kosten eines Kreisels bringen.

Die Räte beschäftigten sich mit einer ganzen Reihe weiterer Verkehrsthemen. Hintergrund ist eine Verkehrsschau Anfang Juli mit Vertretern von Landkreis, Land, Polizei, Straßenverkehrsbehörde und Gemeinde. Bürgermeister Kaiser hob in der Sitzung hervor, dass die Gemeinde lediglich Anregungen geben könne. Die Entscheidungen treffe die Straßenverkehrsbehörde. Deshalb dürfte die Kommune keine Chance auf eine Tempo-30-Zone in der Vöhringer Straße haben, wie von Anwohnern gefordert. Auch ein stationäres Radargerät wird es in der Vöhringer Straße nicht geben. Die Gemeinde hatte sich eine solche Anlage am Ortsbeginn von Vöhringen kommend gewünscht. Jedoch ist das laut Straßenverkehrsbehörde rechtlich nicht möglich. Zwar zulässig, aber nach den geltenden Kriterien nicht sinnvoll, sei eine solche Anlage in der Vöhringer Straße ab der Abzweigung zur Frühlingstraße. Auch dort wird also kein Blitzgerät installiert. Eine stationäre Radarkontrolle in Wangen einzurichten, sei hingegen rechtlich möglich. Zumindest im Bereich der Bushaltestelle würden auch die Kriterien dafür erfüllt. Die Gemeinde hatte jedoch andere Vorstellungen, sie wollte den Blitzer am Ortseingang von Illerrieden platziert sehen. Die Entscheidung, ob die Gemeinde nun für Wangen ein stationäres Radargerät beantragt, wurde schließlich vertagt.

Einig war sich das Gremium, dass eine Tempo-Beschränkung auf maximal 30 Stundenkilometer im Bereich der Schule keinen Sinn hat. Möglich wäre diese auf der Landstraße 260 zwischen der Bushaltestelle und der Einmündung zur Gartenstraße. Allerdings nur in Fahrtrichtung Wangen und auf die Zeit von 7 bis 17 Uhr beschränkt. Die nötigen zusätzlichen Schilder stifteten eher Verwirrung, befürchtet Bürgermeister Kaiser. Auch Parkplatzprobleme an verschiedenen Stellen im Ort wurden behandelt. In der Berggasse sorgen immer wieder zu viele parkende Autos im oberen Kurvenbereich für Unmut. Da die Straße dort eng ist, kam beispielsweise der Schneepflug öfter nicht durch. Nun richtet die Straßenverkehrsbehörde ein Parkverbot ein. In der Max-Eyth-Straße, die am Netto-Markt vorbei zum Wertstoffhof führt, soll es eine Parkverbots-Zone für Lastwagen geben. Markierte Bereiche fürs Parken soll es auch in der Wochenauer Straße geben, außerdem einen verkehrsberuhigten Bereich auf dem gepflasterten Abschnitt. Bereits von der Straßenverkehrsbehörde beschlossen ist ein Halteverbot im Gewerbegebiet Tal von der Kurve bis zur Einmündung.

Tempolimit erklären

Schutz Schwächere Verkehrsteilnehmer, also Senioren und Kinder, bedürfen besonderen Schutzes. Das hat der Bund 2016 beschlossen. Aus diesem Grund können Straßenverkehrsbehörden seither einfacher Tempo 30 an Hauptverkehrswegen anordnen. Das gilt besonders vor sozialen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Altenheimen. Früher war dazu der Nachweis eines Unfallschwerpunktes nötig. Schilder sollen – wie in Illerrieden das Schild „Altenheim“ ­– den Autofahrern das Tempolimit erklären, um die Akzeptanz zu steigern.

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