Kommunales Harmonische Bürgerversammlung in Wain

Bürgermeister Stephan Mantz (rechts) und Hans Martin Waldner  vom Regierungspräsidium Tübingen bei der mit 150 Gästen gut besuchten Bürgerversammlung in Wain.
Bürgermeister Stephan Mantz (rechts) und Hans Martin Waldner  vom Regierungspräsidium Tübingen bei der mit 150 Gästen gut besuchten Bürgerversammlung in Wain. © Foto: Dave Stonies
Von Dave Stonies 20.07.2018

Es war seine erste Bürgerversammlung, und ein gut vorbereiteter Stephan Mantz meisterte sie souverän. Zu Beginn der rund zweieinhalbstündigen Veranstaltung, in der es nur wenige Fragen gab, blickte der Wainer Schultes auf die erste Hälfte seiner Amtszeit zurück. „Wir haben vieles erreicht“, bilanzierte der Rathauschef in seinem 45-minütigen Referat vor rund 150 Gästen. Der Schuldenstand verringerte sich demnach um mehr als die Hälfte auf 409 000 Euro (Januar 2018). Wain wachse überdurchschnittlich. Derzeit leben in der Weihungsgemeinde 1650 Bürger. Meist in Eigenheimen, weshalb kommunale Baugebiete derzeit erschöpft seien. Dass er einer jungen Gemeinde vorsteht, freut Mantz. Mit 40,5 Jahren liege der Altersdurchschnitt deutlich unter dem bundesweiten Schnitt von 44,3 Jahren. Infrastrukturell sei Wain durch die Nähe zur Autobahn und eine gute Internetanbindung gerüstet, „auch wenn wir beim digitalen Ausbau nicht stehen bleiben dürfen“. Ausbaufähig sei der öffentliche Nahverkehr. Zufrieden zeigte er sich mit dem Gewerbe. Wain hat aktuell 637 Arbeitsplätze. Weil die Gemeinde in den kommenden Jahren in große Projekte investiere, schwor Mantz die Zuhörer auf einen steigenden Schuldenstand ein.

Zum Gemeindeentwicklungskonzept, in Wain seit längerem ein bedeutendes Thema, referierte Ulli Jendrass vom Städteentwicklungsbüro Reschl aus Stuttgart. „Wain 2035“ lautete sein Thema. Wie sieht das Wohnen und Arbeiten in der Zukunft aus? Drei Punkte sind dem Stadtplaner wichtig: Anforderungen, Finanzierbarkeit und Identitäten. Altersstruktur, Fläche und den Wohnungsbau erfasste das Büro in einer Bestandsaufnahme. Ziel der Strategie solle sein, Wohnen, Arbeiten, Mobilität, sowie Kultur und Soziales zu verbessern. Positiv bewertete der Referent die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt. Das sei eine zentrale Größe für die Bewertung einer Kommune. Gemeinderat Armin Bleher wollte wissen, ob das Konzept auch Bereiche außerhalb der Wainer Grenzen berücksichtige. Die Radwege im östlichen Bereich seien noch ausbaufähig.

Nach den Sommerferien gibt es eine Bürgerbefragung zum Entwicklungskonzept. Befragt werden alle Wainer ab 16 Jahren. Was ist ihnen besonders wichtig? Steht die Wunschliste, werden Finanzierung und Umsetzung geprüft. Das Konzept soll in 18 Monaten vorliegen soll.

Ohne Vorwarnzeit

Hans-Martin Waldner vom Regierungspräsidium Tübingen war Gastredner zum Thema „Starkregenmanagement und Überflutungsschutz“. Er ist Referatsleiter für Boden und Gewässer und als solcher auch für Zuschüsse zuständig. Starkregen tauche plötzlich und unerwartet auf. „Es gibt praktisch keine Vorwarnzeit und es kann es jeden treffen.“ Waldner verwies auf eine Webseite des Landes mit einer Einstufung der Gefährdungsstufen. „Aus der Vogelperspektive kann jeder überprüfen, ob er in einem Risikobereich wohnt.“ Waldner zeigte Bilder aus Kirchheim/Teck vom 11. Juni, als die Gemeinde in wenigen Minuten unter Wasser stand. Für die Kommunen gebe es inzwischen Leitfäden. Aktuell hätten 50 Gemeinden ein Starkregen-Management eingeführt.

Etliche Großbauprojekte im Visier

Die Vorhaben Einige Großprojekte will Wain in Kürze realisieren. Die Planungen dazu haben bereits begonnen.

Feuerwehr Der größte Wunsch der Floriansjünger erfüllt sich mit einer neuen Feuerwache.

Straßensanierung Neben der Hörenhauser Straße ist die Schulstraße eine wichtige Baustelle. Auch der Kanal an der Oberen Dorfstraße ist zu erneuern.

Baugebiete Wain wächst weiter. Elf Bürger wollen bauen. Doch Bauland ist derzeit erschöpft. Deshalb sollen schnell neue Baugebiete ausgewiesen werden, so hinter dem Bankgebäude mit 18 Plätzen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel