Glosse Moment mal: Hardy hat dran geglaubt

WM-Radler Hartmut Bögel in Sotchi.
WM-Radler Hartmut Bögel in Sotchi. © Foto: Privat
Region / Franz Glogger 26.06.2018
Das Runde muss ins Eckige. Was ist da mal wieder so kompliziert?,  hat sich wohl nicht nur WM-Radler Hardy Bögel gefragt

Das Runde muss ins Eckige. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Was ist da mal wieder so kompliziert? Das hat sich wohl nicht nur Hartmut Bögel gefragt. Da war er mit dem Rad fast 4000 Kilometer von Wippingen nach Sotchi gestrampelt, um beim Spiel der deutschen Parade-Kicker gegen Mexiko 93 Minuten leiden zu müssen. Zum Glück hatte er keine Karte dafür zugelost bekommen und saß im Straßencafé mit direktem Zugriff auf alles, was die Nerven beruhigen konnte. Aber beim Spiel gegen Schweden wollte er dabei sein, weil da alles anders wird. Der unverbesserliche Optimist träumte gar von einem 7:1 – „oder so in die Richtung halt“, fügte der 51-jährige Altenpfleger vorsichtshalber hinzu. Nach drei Weltmeisterschaften – alle mit dem Rad angesteuert – kennt man seine Pappenheimer.

Dann kam der Samstag. Das Geschehen vor dem Spiel ließ das Herz von „Hardy radelt“­-Bögel höher schlagen. Schweden und Deutsche maßen sich friedfertig im Stimmung machen. „Magisch, was da abging“, berichtete er via Whatsapp und sah einen leichten Pluspunkt für die Mannschaft. Denn im deutschen Nationaldress liefen auch jede Menge Russen, Ukrainer, Iraner auf und, was den Mann von der Alb besonders freute, der Freundeskreis um die Bollinger AH, den er schon von Brasilien her kannte. „Die Jungs haben hier richtig Stimmung gemacht – im allerpositivsten Sinne.“ Wenn sich das nicht auf das Spiel auswirken sollte!

Wieder wurden es bange anderthalb Stunden und mehr, bis zur vierten Minute der Nachspielzeit und dem Tor von Toni Kroos. „Ich hab bis zum Schluss dran geglaubt“, sagte Bögel und lag sich mit dem „ganzen Block freudetrunken in den Armen“. Für den Optimisten ist klar, dass auch die nächste Hürde geschafft wird, denn er ist bereits unterwegs zum Viertelfinalspiel, danach zum Finale. Bögel muss es wissen. Man strampelt schließlich nicht 900 Kilometer nach Wolgograd und nochmal 1000 nach Moskau, wenn man sich seiner Sache nicht sicher ist.

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