Jubiläum Gymnasium feiert 50-jähriges Bestehen

Die Schüler und Lehrer des Joachim-Hahn-Gymnasiums freuen sich: Zum Schuljahresende wird in Blaubeuren auch Jubiläum gefeiert.
Die Schüler und Lehrer des Joachim-Hahn-Gymnasiums freuen sich: Zum Schuljahresende wird in Blaubeuren auch Jubiläum gefeiert. © Foto: Ulrich Körner
Blaubeuren / Thomas Spanhel 13.07.2018
Zum Ende des Schuljahres findet in Blaubeuren eine Festwoche statt – mit dabei ist Archäolgie-Professor Conard.

Vor 50 Jahren hat der erste Jahrgang am Gymnasium in Blaubeuren das Abitur abgelegt. Die öffentliche Schule wurde damit vom Progymnasium, das bis zur 10. Klasse führte, zum voll ausgebauten Gymnasium, in dem die Schüler die allgemeine Hochschulreife erlangen können. Das haben seither etwa 2500 Abiturienten geschafft. 1968 nahmen 27 junge Leute an der Reifeprüfung teil – und alle bestanden. Damals zählte das Gymnasium insgesamt 461 Schüler, heute sind es 537.

Das Joachim-Hahn-Gymnasium heißt seit 2006 so (siehe Infokasten) und steht in der langen Tradition einer Lateinschule in Blaubeuren. Diese muss es neben der Klosterschule wohl schon bald nach der Stadtgründung im 13. Jahrhundert gegeben haben. Das hat der frühere Schulleiter Eugen Imhof aufgrund der urkundlichen Erwähnung eines Schulmeisters im Jahr 1373 geschlossen. Die Lateinschule wurde bis ins Jahr 1937 fortgeführt, dann in eine Oberschule umgewandelt, die schließlich seit 1953 als Progymnasium fortbestand.

Progymnasium und Gymnasium hatten eine mathematisch-naturwissenschaftliche Ausrichtung. Ab der fünften Klasse wurde aber auch Englisch unterrichtet. Durchaus wichtig für die damaligen Schüler. „Auf den Englisch-Unterricht am Progymnasium war ich schon stolz“, erinnert sich der spätere Berufsschullehrer, Peter Schmid, 1942 geboren, der das Progymnasium bis 1958 besuchte. 2003 wurde dann ein sprachlicher Zug eingerichtet, der etwa auch das Erlernen von Spanisch ermöglicht. Vom kommenden Schuljahr an bietet die Schule außerdem ein Musik-Profil an, um musische Begabungen stärker zu fördern.

Zum Jubiläum rückt das Gymnasium seinen Namensgeber und die Archäologie in den Mittelpunkt. Joachim Hahn (1942-1997) war Professor für Urgeschichte an der Uni Tübingen und leitete von 1974 bis 1991 die Ausgrabungen in der Höhle Geißenklösterle bei Blaubeuren-Weiler. Auch im Hohle Fels bei Schelklingen hatte Hahn geforscht. In seine Fußstapfen ist dann Prof. Nicholas Conard getreten, der am Mittwoch, 18. Juli, in der Festhalle in Blaubeuren (17 Uhr) den Festvortrag zum Jubiläum halten wird. Sein Thema: Joachim Hahn.

Außerdem wird eine Skulptur des Schul-Logos enthüllt, die Kunstlehrerin Isabel Fuchs zusammen mit Schülern geschaffen hat. Das Logo zeigt eine stilisierte Steinzeitflöte, wie sie im Geißenklösterle gefunden wurde.

Am Freitag, 20. Juli, beginnt um 15 Uhr der Festakt zum Jubiläum. Anschließend wird auf dem Schulgelände ein großes Fest gefeiert. „Alle sind dazu eingeladen“, sagt Schulleiterin Heidrun Fleischer und hofft, dass vor allem möglichst viele der ehemaligen Schüler mitfeiern. Chöre und junge Musiker werden auftreten spielen auf. Aus jeder Dekade der Schulgeschichte werden Schüler auf der Bühne stehen und den Zeitgeist der unterschiedlichen Epochen aufleben lassen. Danach gibt es ein ungezwungenes Beisammensein, die Klassen bewirten, Schulführungen werden angeboten, und auf einer Bühne sind szenische und musikalische Aufführungen zu sehen.

Für die Schüler bringt das Jubiläum unter anderem am Mittwoch, 18. Juli, einen „Archäo-Vormittag“ mit Vorträgen und einem experimentellen Konzert im Hohle Fels. Am Donnerstag 19. Juli ist ein Sporttag geplant, den die SMV mit Unterstützung von Eltern organisiert. Etwa 30 Sportarten vom Gleitschirmfliegen und Bouldern bis Tauchen, Tanzen, Klettern und Fußball sind im Angebot. Nach zwei Thementagen am Montag und Dienstag ist am Mittwoch, 25. Juli, zum Abschluss von Schuljahr und Festwoche die Schülervollversammlung in der Festhalle. Höhepunkt: die Zeugnisausgabe.

Joachim Hahn setzt sich gegen Eduard Mörike durch

Namensgebung Vor zwölf Jahren, im Juli 2006, hat der Blaubeurer Gemeinderat beschlossen, das Gymnasium nach dem Archäologen Joachim Hahn (1942-1997) zu benennen. 18 Stadträte stimmten mit Ja, fünf mit Nein, einer enthielt sich. Zuvor hatte sich in der Gesamtlehrerkonferenz die Mehrheit ebenfalls für den Namen Joachim-Hahn­-Gymnasium ausgesprochen. Bei den Schülern lag der Dichter Eduard Mörike („Die Historie von der schönen Lau“) als Namensgeber vorne, in der Schulkonferenz der Pfarrer, Astronom und Mathematiker Johannes Stöffler (1452-1531).

Welterbe In der 100-seitigen Festschrift zum 50-jährigen Bestehen des Gymnasiums schreibt Dr. Stefanie Kölbl, die Leiterin des Urgeschichtlichen Museums in Blaubeuren, einen Beitrag über Joachim Hahn. Dessen Arbeit habe maßgeblich dazu beigetragen, dass die Eiszeit-Fundhöhlen im Achtal – ebenso wie die im Lonetal – vor einem Jahr zum Unesco-Welterbe erklärt wurden. Vor diesem Hintergrund sei die Namensgebung vor zwölf Jahren „eine hellsichtige Entscheidung“ gewesen, sagt Ulrich Körner, der stellvertretende Leiter des Gymnasiums.

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