Wirtschaft  Gutes Weihnachtsgeschäft

Weihnachtlich geschmücktes Schaufenster in Laichingen.
Weihnachtlich geschmücktes Schaufenster in Laichingen. © Foto: mp
swp 22.12.2017

Fast Vollbeschäftigung, positive Stimmung in der Wirtschaft: Man sollte meinen, das diesjährige Weihnachtsgeschäft brummt. Doch bei einer Umfrage äußern sich viele Laichinger Geschäftsleute eher verhalten, was ihren Umsatz angeht. Durch die Bank klagen die Händler über die Konkurrenz, die ihnen durch das Internet gewachsen ist.

Eine Geschäftsfrau, die sehr zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft ist, ist Karin Bauer von  der Aegis-Buchhandlung. „Ich meine, es ist gefühlsmäßig sehr viel besser gelaufen als im vergangenen Jahr.“  Verkaufsschlager waren bei den Büchern für Erwachsene „Die Geschichte der Biene“ von Maja Lunde. Viel gekauft wurde auch der Roman „Die Hauptstadt“ von  Robert Menasse, der in diesem Jahr mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden ist. Bei Kinder- und Jugendbüchern war nach Aussage von Karin Bauer „Gregg’s Tagebuch“ sehr gefragt.

Jutta Striebel-Möller vom Bettenhaus Striebel sagt: „Es war schon deutlich besser.“ Es sei scheinbar einfacher, im Internet zu kaufen, klagt sie, wobei sie einschränkt, dass Betten und Matratzen sicher „kein klassisches Weihnachtsgeschenk“  sind.  „Aber so, wie es vor Jahren war, ist es nicht mehr“, betont Jutta Striebel-Möller.

„In den nächsten Tagen erhoffe ich mir schon noch ein bisschen was“, sagt Julia Schmid, der das Spielwarengeschäft am Marktplatz gehört. Sie beklagt eine Unsitte in ihrer Branche, die zur besten Verkaufszeit, nämlich an Weihnachten, immer dazu übergehe, sich mit Billigangeboten zu überbieten.  „Kleinere Händler können nicht bei jedem Preis mitgehen“, sagt sie. Und generell gelte für ihre Branche: „Das Internet spielt eine große Rolle“, was den Umsatz angeht.

Thomas Günther, Inhaber von Foto Porst, kann von keinem guten Weihnachtsgeschäft berichten, „leider nicht. Bei uns ist es ruhig.“  Die Leute würden keine Fotoausdrucke mehr machen lassen,  Kameras würden bei Amazon gekauft. „Ich kann niemandem empfehlen, heutzutage so ein Geschäft wie meines aufzumachen“, sagt er.  Sein Geschäft sei in Laichingen etabliert, er habe Stammkunden. „Aber das reicht gerade so“, sagt er.

Sehr schlecht. So beschreibt Joachim Hilsenbeck, der ein Geschäft für Reitsport und Bastelartikel betreibt, das Weihnachtsgeschäft. „Von einem solchen kann man eigentlich seit Jahren nicht mehr sprechen“, betont er. Zum Teil sei das Internet schuld, denn das dortige Angebot sei so gewaltig, dies könne kein kleiner Händler bieten. Zum Teil gibt er aber auch sich selbst die Schuld. „Wer wenig verkauft, kauft wenig ein“, erklärt er. Der Kunde sei deshalb vielleicht enttäuscht, wenn er den Laden betritt. Aber auch große Ketten machten Geschäftsleuten wie ihm das Leben schwer. Eine große Drogeriekette könne zum Beispiel  einen Artikel für zwei Euro anbieten, den er selbst zum Einkaufspreis von 3,80 Euro erwerben kann. Einfach deshalb, weil die Kette gleich einen ganzen Güterwagen voll kaufe.

„Sehr zufrieden“ hingegen ist Richard Börschel vom Tui-Reisebüro mit dem Geschäft vor Weihnachten. Im Vergleich zum Vorjahr habe er mehr umgesetzt. Wenngleich er bekennt, dass der große Ansturm auf Reisen meist in der zweiten Ferienwoche im Winter beginne. „Da geht bei uns das Geschäft richtig los.“  Konkrete Reisen als Geschenke würden weniger gesucht, meist laufe es über Gutscheine ab. „Denn wenn ich einen festen Reisetermin nicht einhalten kann, wird es teuer“, sagt Börschel.

Er hat auch wenig davon gespürt, dass die Menschen nur noch wenige Länder als sicher einstufen. „Das Sicherheitsgefühl spielt keine große Rolle.“ Aber es gebe Länder wie die Türkei, die aus politischen Gründen nicht mehr bereist werden.

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