Bürgermeisterwahl Gute Bilanz, keine Versprechen

Ein-Mann-Show in Westerheim: Der einzige Kandidat, Amtsinhaber Hartmut Walz, bei der Vorstellung in der Alb-Halle.
Ein-Mann-Show in Westerheim: Der einzige Kandidat, Amtsinhaber Hartmut Walz, bei der Vorstellung in der Alb-Halle. © Foto: Joachim Lenk
Westerheim / Joachim Lenk 15.09.2018

In acht Tagen wählt Westerheim einen neuen Bürgermeister. Am Donnerstag hatten die Bürger die Möglichkeit, den einzigen Bewerber, Amtsinhaber Hartmut Walz, bei der offiziellen Kandidatenvorstellung in der Alb-Halle näher kennenzulernen und ihm Fragen zu stellen. Von den rund 3000 Bürgern, von denen knapp 2430 wahlberechtigt sind, nahmen gut 100 diese Möglichkeit wahr.

„Ich bin Bürgermeister aus Leidenschaft, liebe die Begegnungen und das Gespräch mit den Menschen“, sagte Walz gleich zu Beginn seiner gut zwanzigminütigen Rede. Seit knapp 16 Jahren sei er „mit Freude, Herz und Kompetenz“ für alle da. Auch wenn er eine Arbeitswoche mit 70 bis 80 Stunden habe. Der 45-Jährige, der aus Wittlingen im Kreis Reutlingen stammt, erinnerte daran, dass er bereits 2002 gesagt habe, für einen längeren Zeitraum für Westerheim arbeiten und wirken zu wollen. Die Aufgabe bereite ihm nach wie vor  „sehr viel Freude“, weshalb er sich für eine dritte Amtsperiode bewerbe.

Gemeinsam mit dem Gemeinderat und den Mitarbeitern des Rathauses, bei denen er sich für die gute Zusammenarbeit bedankte, habe man während seiner bisherigen Amtszeit mehr als 151 Millionen Euro für das Wohlbefinden in der Gemeinde ausgegeben. Gleichzeitig konnte die Pro-Kopf-Verschuldung von 333 Euro (2002) auf 167 Euro (2018) gesenkt werden. Die Anzahl der Arbeitsplätze hat sich von 764 auf 930 erhöht.

„Westerheim steht wirtschaftlich gut da“, betonte Walz. Während der vergangenen 16 Jahre wurde unter anderem die Ansiedlung des Pflegeheimes, die Generalsanierung des Alb-Bades, der Neubau des Hauses für Kinder, zahlreiche Straßen- und Feldwegsanierungen, die Erschließungen des Baugebietes Zimmerhaldenweg und des Gewerbegebietes „Runs/Mühlweg/Lindenstraße“ verwirklicht. Auch erinnerte der Kandidat an die Sanierung des Ortskerns.

In den kommenden Jahren stehen weitere große Projekte wie zum Beispiel die Sanierung des Rathauses, die Schaffung der ÖPNV-Rahmenbedingungen für den Bahnhalt Merklingen, der Backboneausbau fürs schnelle Internet und die Erneuerung der Aussegnungshalle an. Weitere Themen sind Nachrüstung des Regenüberlaufbeckens an der Feldstetter Straße, zusätzliche Betreuungsplätze im Kindergarten, die Gewerbeförderung und die Unterstützung der Vereine.

Versprechen wolle er aber nichts. „Auch bei meiner ersten Kandidatur habe ich mich zurückgehalten, denn man sollte nur Dinge versprechen, die man halten kann.“ Nur soviel: „Ich setze mich auch weiterhin mit ganzer Kraft für unser Westerheim ein.“ In seiner dritten Amtszeit würde er sich jedoch „mehr Ruhe“ im Gemeinderat wünschen. Manche Sitzungen seien ihm „ganz schön an die Nieren gegangen“, machte er seiner Enttäuschung Luft.

Bei der anschließenden Fragerunde wurden Themen wie zum Beispiel die Aussegnungshalle (Walz: „Wir haben 2018 rund 20 000 Euro als Planungsrate in den Haushalt eingestellt“), die Bauplatzsituation („Wir haben Flächen in Reserve“), schlechter Handy-Empfang („Ich werde mich darum kümmern, auch wenn es nicht die Aufgabe des Rathauses ist“) und der Ausbau des Radweges von Laichingen nach Westerheim („Rufe meinen Kollegen Kaufmann an“) angesprochen.

Zudem wollten Bürger wissen, ob das fünfzig Jahre alte Westerheimer Rathaus saniert oder neu gebaut werde. „Das wird der Gemeinderat eines Tages festlegen“, sagte Walz. Andere fragten nach Wlan in der Ortsmitte, beim Hallenbad und bei der Alb-Halle. Hartmut Walz: „Wir warten noch auf einen Zuschussbescheid.“ Auch nach einem Supermarkt im Flecken wurde gefragt. Die Gemeinde sei an dem Thema dran, lautete die Antwort.

Hoffen auf gute Wahlbeteiligung

Was für eine Wahlbeteiligung er sich wünsche, fragte ein Bürger, der Walz für die „gute Arbeit“ in den vergangenen 16 Jahren dankte. Auf eine Prozentzahl wollte sich der Kandidat nicht festlegen. „Wenn die Wahlbeteiligung schlecht ist, dann ist das eine Blamage für den ganzen Ort“, antwortete er salomonisch. Er wünsche sich auf alle Fälle eine hohe Wahlbeteiligung als „Rückenwind“ für die kommenden acht Jahre. „Dann habe ich auch in Zukunft ein gutes Standing“, nicht nur in der Gemeinde, sondern auch bei den Stellen, die für Zuschüsse zuständig seien.

Bürgermeister-Stellvertreterin Wilma Rauschmaier und Gemeinderat Pius Kneer, die die Bewerbervorstellung leiteten, forderten ihre Mitbürger auf, am 23. September an die Wahlurne zu gehen oder Gebrauch von der Briefwahl zu machen.

Vertreten im Kreistag und vielen Gremien

Ehrenamt Hartmut Walz (parteilos) sitzt für die CDU seit drei Wahlperioden im Kreistag. Der 45-Jährige ist Vorsitzender des Volksbildungswerks Westerheim, stellvertretender Vorsitzender des Gemeindeverwaltungsverbands Laichinger Alb und des Industrie- und Gewerbegebiets Laichinger Alb. Weitere Posten: Stellvertretendes Vorstandsmitglied beim Alb-Tourismusverband, Mitglied im Beirat und Vorstand des Biosphärengebietes Schwäbische Alb.

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