Wenn Michael Krüger mit seinem Tesla beschleunigt, drückt es die Mitfahrer in die Sitze. In etwa sechs Sekunden geht es von Null auf 130. Der Berufsschullehrer aus Ulm ist überzeugter E-Auto-Fahrer mit einem gewissen missionarischen Eifer, wie er zugibt. Deshalb besucht er Veranstaltungen wie den Mobilitätstag in Langenau und lädt Interessierte zu Probefahrten ein. Schon länger nutzt das Ehepaar Krüger Elektroautos, zuerst einen Renault, jetzt den Tesla. Das hört man oft an diesem Tag: „Einmal Strom-Auto, immer Strom-Auto.“ Eine „überlegene Antriebstechnik“ und den Beitrag zum Klimaschutz nennt Krüger als Motive, ein E-Auto zu fahren.

Bessere Luft, weniger Lärm und nicht zuletzt weniger Autos in der Stadt: Darum geht es beim Elektromobilitätskonzept „nauMobil“, das Stadtverwaltung und die Initiative Zukunft Mobilität zusammen mit den Bürgern entwickeln möchten. Bürgermeister Daniel Salemi betonte beim von der Stadt organisierten Aktionstag, gerade im ländlichen Raum sei die Mobilität ein zentrales Zukunftsthema. Die Ideen und Vorschläge der Bürger seien gefragt.

Carsharing im Gemeinderat

Die konnten sich am Samstag in der Kirchgasse bei Experten informieren: Besitzer von Elektrofahrzeugen waren ebenso vor Ort wie Car-Sharing-Anbieter. Die Stadtverwaltung befasse sich intensiv mit dem Thema Carsharing, sagte Salemi, und werde es demnächst auch im Gemeinderat zur Diskussion stellen.

Vertreten war auch die Fahrradwerkstatt Schmidt aus Albeck, die laut Alexander Schmidt auf Wunsch auch normal Räder zu E-Bikes umrüstet. Eine große Auswahl davon hatte die Firma Jehle ausgestellt, darunter Mountainbikes und Dreiräder fürs Shoppen. Eine Langenauerin war nach einer Probefahrt so angetan, dass sie das dreirädrige Velo gleich gekauft hat: Sowohl den steilen Anstieg als auch die engen Kurven habe sie mit dem Gefährt bestens bewältigt. Besichtigt werden konnte auch das Lastenfahrrad der Stadtgärtnerei.

Es fehlt nicht an Lade-Stationen für E-Autos

Autohändler waren nicht vor Ort. Als möglichen Grund nannte Christian Klaiber von der Initiative Zukunft Mobilität die derzeitigen Lieferschwierigkeiten. Dagegen fehle es nicht, wie vielfach fälschlich beklagt werde, an der Lade-Infrastruktur. Dafür waren aber etliche E-Mobilisten und ihre Fahrzeuge da – vom Twizy über den Smart bis hin zum Tesla. Einen solchen fährt auch Ralf Kauer seit ein paar Monaten und war selbst überrascht, als sein Wagen plötzlich Musik spielte, blinkte und mit den Türen wackelte – ein echter Hingucker. Hans-Georg Gröner vom E-Mobilisten-Stammtisch hatte die serienmäßig eingebaute „X-mas-Show“ zum Laufen gebracht. „Ich wusste gar nicht, dass mein Auto das kann“, sagte Kauer und lachte. Aber er habe es ja auch nicht zum Spielen, sondern zum Fahren – und das sei super. Nicht nur wegen der Beschleunigung.

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Bürger können Vorschläge machen


Workshop Der nächste Bürger-Workshop zum Mobilitätskonzept für Langenau ist am 13. November. Dabei stellen Christian Klaiber und Angela Imdahl von der Initiative Zukunft Mobilität die bisherigen Ergebnisse vor. Vorschläge der Bürger sind willkommen. Ansprechpartner bei der Stadt Langenau ist Bauamtsleiter Gerd Bühler, E-mail: nauMobil@langenau.de.