Mobilität Grünes Licht für Ladestation

Am bisherigen Taxistand in Laichingen soll eine Elektro-Ladesäule aufgestellt werden.
Am bisherigen Taxistand in Laichingen soll eine Elektro-Ladesäule aufgestellt werden. © Foto: Sabine Graser-Kühnle
Laichingen / Sabine Graser-Kühnle 28.07.2018

Seit der Laichinger Bürgermeister Klaus Kaufmann vor vier Jahren erstmals das Thema E-Ladestation für Elektroautos und E-Bikes zur Diskussion gestellt hat, sind die Ratsmitglieder geteilter Meinung. Doch das Stadtoberhaupt blieb hartnäckig. Immerhin hat er, mit Unterstützung des Vereins VEEE (Verein der Erzeuger erneuerbarer Energien), dessen Vorsitzender dem Gremium 2015 bereits einen Fachvortrag gehalten hatte, die Räte überzeugen können, einen Betrag von 10 000 Euro für Ladestationen im Haushalt einzustellen. Vertrieb und Wartung wollte Kaufmann allerdings nicht in städtischer Hand haben, obendrein suchte er Sponsoren, die die Stadt finanziell entlasten sollten.

Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung hatte sich der Bürgermeister wieder Verstärkung geholt, dieses Mal Wolfgang Amann vom Energieversorger Albwerk. Amann erläuterte ausführlich die Regierungspläne und Förderprogramme zum Aufbau einer Ladesäulen-Infrastruktur.

Er stellte den Gemeinderäten das Ergebnis der Verhandlungen zwischen der Stadt und dem Albwerk vor: Das Albwerk errichtet und betreibt eine Pkw-Ladesäule sowie eine Pedelec-Ladebox samt Netz in Laichingen. Für E-Autos steht als Standort der vorderste Stellplatz neben der Markt-Apotheke zur Diskussion, die Bike-Ladestation soll vor dem Gebäude der Stadtbücherei errichtet werden. Laichingen finanziert die Säulen, dazu gibt es Zuschüsse, die bereits bewilligt sind, Abrechnung und Wartung obliegen dem Energieversorger.

Hörte sich alles gar nicht so schlecht an, doch der Bürgermeister hatte die Rechnung ohne die Gemeinderäte gemacht. Wilhelm Häberle (BWV) wehrte sich vehement dagegen, dass Laichingen den Individualverkehr finanziell unterstützt. Der Bürgermeister bekräftigte, die Ladestationen sollten „nicht für die Laichinger sein“, er meinte damit die einzelnen Laichinger, die mit E-Mobilen unterwegs sind. „Wir wollen aber ein Zeichen setzen.“ Das wiederum fand bei der IGEL-Fraktion Zustimmung. Häberle blieb dabei:  „Es ist hammerhart, dass wir die Zukunftsvision von Land und Bund bezahlen sollen.“

Kaufmanns Einwand, die Regierung habe diesen Weg nun einmal beschritten,  kommentierte Joachim Reif (CDU): „Die Stadt  muss ja nicht überall mitmachen.“ Reif schloss sich Häberle an. Es genüge, wenn die Stadt die Stellplätze bereithalte, „das ist schon ein großer Kostenfaktor“. Kein Verständnis hatte Häberle für den Spendenaufruf zur Finanzierung der Ladestationen, das Geld könnten Vereine besser gebrauchen. Die Spenden kommen insbesondere von Unternehmen, die an E-Mobilität interessiert sind, entgegnete Kaufmann.

Alexander Frank (BWV) erkannte eine Wettbewerbsverzerrung darin, dass die Stadt das Albwerk als privatrechtliches Unternehmen zum Partner macht. Gut eine Stunde diskutierte das Gremium und gab letztlich mehrheitlich grünes Licht. Sechs Räte positionierten sich gegen das Projekt, drei enthielten sich.

Zuschuss und Spenden für Ladesäulen

Kosten Die in Laichingen vorgesehene Pkw-Ladesäule mit 22 Kilowattstunden Ladeleistung kostet 15 000 Euro, die Pedelec-Ladestation ist mit 6300 Euro veranschlagt. Die Kosten sind bis auf 1000 Euro gedeckt durch einen Zuschuss in Höhe von 4200 Euro sowie durch Spenden von insgesamt 9750 Euro.

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